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„Es ist ein Riss in allen Dingen“

Gudrun Fleckenstein stellt Fenster von Werner Rücker in der Johanneskirche vor

07 Jun 2021 / 17:14 Uhr
Freigericht-Somborn (mab). Genau hinschauen ist das Motto einer gemeinsamen Aktion des Kunst- und Kulturvereins Kaleidoskop und der evangelischen Johannesgemeinde in Freigericht. An drei Sonntagen im Sommer stehen die Glasfenster des Gotteshauses in Somborn im Mittelpunkt (die GNZ berichtete). Zum Auftakt hat Kaleidoskop-Mitglied Gudrun Fleckenstein die Arbeiten von Werner Rücker (1937-2018) vorgestellt. Zuvor hatte Pfarrer Markus Wagner-Breidenbach die Besucher im Gottesdienst bereits auf Rückers Fenster „Neues Jerusalem“ eingestimmt.

In ihrer Einführung ging es Gudrun Fleckenstein nicht um die Symbolik der Glasfenster. Die Betrachtung war keine Einladung, die Werke zu entschlüsseln, sondern diese unmittelbar in ihrer Sichtbarkeit wahrzunehmen und dem nachzuspüren, was darin zur Erscheinung kommt. Der 2018 verstorbene Künstler hat neben der rhythmischen Wandgestaltung und dem Altar fünf Glasfenster für das Somborner Gotteshauses entworfen, das ab 1985 umgestaltet wurde: Die Trilogie „Schrei, Befreiung, Liebe“, das dem Holocaust gewidmete „Bußfenster“ und das Hoffnungsfenster „Neues Jerusalem.“ Allen gemeinsam sei, dass die kantig und widerständig wirkten, sagte Fleckenstein: „Sie entziehen sich dem spontanen Zugriff. Mehr noch, mancher Betrachter reagiert verstört.“ Umso stärker die Wirkung, wenn man sich auf die Bilder einlässt. Die entsteht auch im komplexen Zusammenspiel der verschiedenen Fenster untereinander.

Mehr: GNZ vom 8. Juni.

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