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„Freiheit ist nicht selbstverständlich“

Anne Smola und Achim Kreis berichten über ihre Motivation, seit März jeden Dienstagabend eine Mahnwache gegen den Krieg in der Ukraine zu veranstalten.

01. Dezember 2022 / 22:43 Uhr
Freigericht. „Freigericht für Frieden und Freiheit“, so heißt es seit neun Monaten jeden Dienstagabend auf dem Rathausplatz in Somborn. Trotz winterlicher Kälte haben in dieser Woche bei der 40. Mahnwache rund 20 Teilnehmer gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine demonstriert. Im Interview mit GNZ-Redakteur Michael Staudenmaier sprechen die Initiatoren und Organisatoren, das Ehepaar Anne Smola und Achim Kreis, vor der nächsten Friedenskundgebung am Nikolaustag über ihre Motivation und den schmalen Grat zwischen Pazifismus und Waffenlieferungen an das überfallene Land.

GNZ: Frau Smola, seit mehr als neun Monaten dauert nun der Russische Angriffskrieg in der Ukraine an. Was empfinden Sie, wenn Sie die täglichen Nachrichten von der Front in Osteuropa verfolgen?

Anne Smola: Großes Mitgefühl, Empörung und Frustration angesichts des nicht enden wollenden Krieges. Ein großes Gefühl der Solidarität, dass mich dazu bringt, immer wieder dienstags zur Mahnwache aufzurufen. Eine halbe Stunde in der Woche für die Menschen dort. Was die Bevölkerung in den Kriegsgebieten durchmacht, das ist für uns hier in Deutschland ja kaum vorstellbar.

Herr Kreis, auf dem Rathausplatz in Somborn haben Sie gemeinsam mit ihrer Frau im Frühjahr die erste Mahnwache, damals unter dem Titel „Freigericht für Frieden in Europa“, ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Achim Kreis: Wegen unserer Arbeitszeiten hatten wir keine Möglichkeit, an den Demonstrationen, die zu Beginn des Krieges allerorten stattfanden, teilzunehmen. Meine Frau hatte die Idee, hier vor Ort etwas ins Leben zu rufen. Wir waren uns sicher, dass viele Freigerichter ebenfalls das Bedürfnis haben, gemeinsam gegen den Krieg zu protestieren. Kurzfristig haben uns alle Parteien und die Kirchen bei unserem Aufruf unterstützt. Das war toll und so war praktisch über Nacht die erste Mahnwache organisiert.

Mehr in der GNZ vom Freitag, 2. Dezember.

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