SUCHE

Für Mut und Widerstand entschieden

„Literarischer November“ an der Kopernikusschule: Dr. Wolfgang Welsch berichtet Schülern von seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Unrechtsstaat DDR

14 Nov 2019 / 23:03 Uhr
Freigericht (jus). 30 Jahre Mauerfall – ein Ereignis, das die Menschen in Ost und West in der vergangenen Woche bundesweit ausgiebig gefeiert haben. Für viele ist das Jubiläum ein Grund zur Freude. Für Zeitzeuge und Widerstandskämpfer Dr. Wolfgang Welsch ist es jedoch auch ein Anlass, kritisch auf die Geschehnisse in der ehemaligen DDR zurückzublicken. Sein Buch „Ich war Staatsfeind Nummer eins“, das inzwischen in der zwölften Auflage erschienen ist und bereits mehrfach verfilmt wurde, gibt einen autobiografischen Einblick in seine persönlichen Erfahrungen als politischer Gefangener und späterer Fluchthelfer. Gestern besuchte er zum „Literarischen November“ einige Schüler der Kopernikusschule Freigericht und nahm diese mit auf eine spannende Zeitreise voller Abgründe.

„Eigentlich war ich von Beruf Schauspieler“, erzählt Dr. Wolfgang Welsch seinen jungen Zuhörern zu Beginn. Er berichtet von seinem christlich-bürgerlichen Elternhaus in Ostberlin, den Besuchen bei seiner Großmutter in West-Berlin und dass für ihn schon in jungen Jahren klar war, nicht im Osten bleiben zu wollen. „Ich wollte keine Karriere in der DDR machen. Ich wollte mich auch nicht verlieben“, sagt Welsch. Nichts sollte ihn an das sozialistische Land binden. Stattdessen plante und bereitete er seine Flucht vor, die allerdings scheiterte. „Das war für mich ein absolutes Desaster“, blickt er zurück. Niemals hätte er sich vorstellen können, einmal als Staatsfeind in einem Hochsicherheitsgefängnis zu sitzen.

Mehr in der GNZ vom Freitag, 15. November.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: