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„Wetterfrauchen von Neuses“

Lydia Luy wird 83 Jahre alt, ihre Lotto-Verkaufsstelle 55

13 Jun 2019 / 12:37 Uhr
Freigericht-Neuses (re). Lydia Luy hat doppelten Grund zur Freude: Am Donnerstag feiert sie nicht nur 83. Geburtstag, sondern darüber hinaus auch den 55. „Geburtstag“ ihrer Lotto-Verkaufsstelle in Neuses. Seit Juni 1964 dreht sich in dem kleinen Kiosk in der Hanauer Landstraße 2b alles um das Glück.

„Mein damaliger Ehemann hatte das Holzhäuschen gleich nach dem Krieg aufgebaut. Gerade mal acht Quadratmeter groß, aber mit allem, was in so einen kleinen Laden rein passt. Klein, aber mein – das war immer unser Motto“, erinnert sich die Freigerichterin. In den Anfangsjahren lagen vor allem Artikel der Nachkriegszeit in den Regalen wie der immer noch bekannte Schokoladenriegel „Butterfinger“. Im Juni 1964 kam dann zunächst Toto hinzu, das erste Produkt der hessischen Lotteriegesellschaft, später folgte auch Lotto.

55 Jahre sind inzwischen vergangen, und auch heute noch öffnet Lydia Luy jeden Morgen das Fenster ihrer Lotto-Verkaufsstelle. „Aber nur bei Sonnenschein. Wenn es regnet, bleibt der Schalter zu“, sagt sie mit einem Augenzwinkern: „Ich bin das Wetterfrauchen von Neuses.“

Dass sie bei Regenwetter genauso auf die Kioskbesitzerin zählen können, wissen ihre vielen Stammkunden nur zu gut – und schätzen das offene Ohr der 83-Jährigen. „Von Politik über Sport bis hin zu Neuigkeiten aus der Nachbarschaft, für einen Plausch mit meinen Kunden nehme ich mir immer Zeit. Einige kommen seit Jahrzehnten zu mir: damals als Kind mit den Eltern, heute mit der eigenen Familie. Darauf bin ich echt stolz“, sagt Lydia Luy und liefert damit eine Erklärung, warum sie auch mit 83 Jahren immer noch jeden Tag in der Verkaufsstelle steht.

Eine weitere Erklärung: „Ich mache das leidenschaftlich gerne. Andere gehen tanzen oder singen im Chor, mein Hobby ist eben Lotto.“ Am meisten freut sie sich, wenn sie den Kunden ihre Gewinne auszahlen oder sogar Großes verkünden kann. Mehrere Autos bei Sonderauslosungen sind im Laufe der Zeit dabei gewesen, außerdem einige sechsstellige Großgewinne. Ob sie auch schon jemanden zum Millionär gemacht hat, weiß sie nicht: „Das soll ja anonym bleiben zum Schutz der Tipper. Ein besonders Glücklicher hat sich aber mal mit einer Flasche Sekt und Blumen bedankt. Solche Momente bleiben natürlich unvergessen.“

Ans Aufhören denkt die rüstige Freigerichterin übrigens noch lange nicht: „Die 60 Jahre Lotto-Verkaufsstelle würde ich gerne voll bekommen, wenn ich fit bleibe. Und wer weiß, vielleicht mache ich ja im Himmel weiter.“

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