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„Du musst kein Held sein“

Peter Tauber liest am 2. April im GNZ-Kultursaal aus seinem Buch

10 Mrz 2020 / 08:17 Uhr
Gelnhausen. In seinem Buch „Du musst kein Held sein“ spricht Peter Tauber offen über Schwäche, Grenzerfahrungen und falsche Männlichkeitsideale. Am Donnerstag, 2. April, liest der ehemalige CDU-Generalsekretär im Kultursaal der Gelnhäuser Neuen Zeitung ab 20.30 Uhr aus seinem Buch.

Am 31. Oktober 2017 verändert sich Peter Taubers Leben nachhaltig. An diesem Tag muss er sich eingestehen, dass er nicht mehr kann. Den damaligen CDU-Generalsekretär quälen starke Bauchschmerzen, das Fieberthermometer zeigt über 40 Grad. Nachts um halb drei wählt Tauber in Berlin den Notruf. Die Diagnose der Ärzte: Sigmadivertikulitis, eine Darmentzündung. Es folgen eine Operation, Komplikationen und schließlich eine Not-OP, die Taubers Leben rettet. Danach ist ihm klar: So kann es nicht weitergehen. Zweieinhalb Jahre später hat Peter Tauber ein Buch über diese einschneidenden Erlebnisse geschrieben.

Erst mit zeitlichem Abstand und räumlicher Distanz zum politischen Geschehen in Berlin habe er festgestellt, wie es damals um ihn gestanden habe, sagt Tauber. „Ich war schon lange vor meiner Krankheit kaputt, habe mir aber immer etwas vorgemacht und gesagt: Ich halte alles aus, ich bin unbesiegbar.“ Dass er das natürlich nicht ist, hat sich Tauber erst nach den Erfahrungen mit seiner Krankheit eingestanden: „Ich habe gelernt, dass ich sensibler bin, als ich dachte. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich gerade als Generalsekretär gerne und viel ausgeteilt und auch eingesteckt habe. Aber manche persönlichen Attacken treffen eben doch mehr, als man selbst meint“, sagt Tauber. Er betont aber: „Was ich definitiv nicht möchte und nicht durch das Buch erreichen will, ist Mitleid. Ich war und bin absolut selbst verantwortlich für meine Situation. Und dafür, dass ich am Ende nicht mehr konnte.“ Und so beinhaltet das Buch, das diese Woche im bene!-Verlag erschienen ist, zwei Erzählstränge: zum einen Taubers Werdegang in der (Bundes-)Politik, zum anderen die persönliche Geschichte eines vermeintlich typischen Mannes, der für seine Karriere einen hohen Preis bezahlt. „Das Buch erlaubt sicherlich einen gewissen Blick hinter die Kulissen und zeigt, wie Politik funktioniert. Aber es ist eben immer meine Geschichte und meine Sicht auf die Dinge“, sagt Tauber.

Am Donnerstag, 2. April, ist Peter Tauber in der Reihe „Kultur im Pressehaus“ im GNZ-Kultursaal zu Gast. Beginn ist um 20.30 Uhr, Einlass ist ab 20 Uhr. Karten zum Preis von 10 Euro gibt es im GNZ-Ticket-Shop (Hauptgebäude mit Außentreppe und Aufzug, 1. Stock, montags bis freitags, 8 bis 18 Uhr, Telefon 06051/833-244). Der Reinerlös der Veranstaltung kommt der Gelnhäuser Tafel zugute.

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