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Eine Frage der Familienehre

Zwei türkische Brüder und ihr Neffe schlugen in einem Internetcafé in Gelnhausen einen Afghanen brutal zusammen. Das Landgericht verhängte nun Bewährungsstrafen.

01 Jun 2021 / 16:53 Uhr
Gelnhausen/Hanau (mb). Es ging um die Familienehre – und die sahen zwei türkische Brüder und ihr Neffe durch einen jungen Afghanen beschmutzt. Weil der sich nicht von ihrer Nichte beziehungsweise Cousine fernhalten wollte, verpassten sie ihm in einem Internetcafé in Gelnhausen eine „Abreibung“. Dabei kam auch ein Schlagstock zum Einsatz. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte die 1. Große Strafkammer am Landgericht Hanau die drei Männer aus dem Raum Gelnhausen zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und zwei Monaten.

Die Angeklagten, alle drei in Deutschland geboren und türkische Staatsbürger, legten zu Beginn der Verhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Über einen ihrer drei Verteidiger, Rechtsanwalt Axel Kolbach, ließen sie die Ereignisse des 23. Januar 2017 aus ihrer Sicht Revue passieren: Der ältere Bruder Mesut Y. (alle Namen von der Redaktion geändert) traf demnach in einem Internetcafé in Gelnhausen auf Arian A., der in Kontakt zu seiner Nichte Selma Y. stand. Es kam zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, in der Y. den jungen A. zur Rede stellte, warum er seiner Familie Probleme bereite. Dann verließ der 41-Jährige den Laden und verständigte unter anderem seinen Bruder Burak Y. (40) und seinen Neffen Tarik Y. (28), die kurze Zeit später auch vor Ort eintrafen.

Arian A., der Selma Y. laut Aussage des Verteidigers ständig nachgestellt und zum Schluss sogar gestalkt habe, sollte deutlich gemacht werden, dass er die Familie in Ruhe zu lassen habe. „Er sollte verprügelt werden“, erklärte Kolbach. „Die drei Angeklagten haben das Internetcafé mit der Intention betreten, dem Geschädigten eine Abreibung zu verpassen.“ Und so kam es dann auch.

Den kompletten Artikel lesen Sie exklusiv in der GNZ am Mittwoch, 2. Juni

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