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Gebt diesem Haus seine Würde zurück!

Wie die Gelnhäuser Stadtverordneten mit ihrem Verhalten der lokalen Demokratie schaden – Ein Appell von GNZ-Redakteur David Noll

25 Feb 2021 / 17:13 Uhr
Gelnhausen. Es fällt schwer, Worte für das zu finden, was sich am Mittwochabend in der Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung abgespielt hat. Wieder einmal. Das ist ein Problem. Auch für die Berichterstattung über die Sitzung. Sachliche Artikel über Anträge und Verwaltungsvorlagen sind schwer möglich nach einer Sitzung, in der es kaum um Inhalte, dafür umso mehr um persönliche Anfeindungen, kleinteilige Privatfehden und emotionale Ausbrüche ging. Und auch hier gilt: wieder einmal. Vor nicht allzu langer Zeit war das Gelnhäuser Stadtparlament eine harmonische, teilweise fast schon dröge Veranstaltung. Ja, in der Sache wurde zu einzelnen Punkten bisweilen kontrovers debattiert. Das war es dann aber auch. Von einer solch konstruktiven Diskussionskultur ist diese Stadtverordnetenversammlung inzwischen meilenweit entfernt. Gründe dafür gibt es reichlich: Sie sind in allen Fraktionen zu suchen, in einer teilweise überfordert wirkenden Stadtverordnetenvorsteherin und in einem Bürgermeister, dem jegliche Souveränität und Führungsstärke fehlt.

Die griechische Tragödie erzählt die Geschichte der schicksalhaften Verstrickungen eines Protagonisten, der in eine derart ausweglose Situation geraten ist, dass er sich, gleich was er tut, nur schuldig machen kann. Dunkel zeichnet sich am Horizont die aufziehende Katastrophe ab, die sich aller Anstrengungen der beteiligten Akteure zum Trotz nicht mehr verhindern lässt. Pünktlich zum Ende der laufenden Legislaturperiode ist die Stadtverordnetenversammlung genau das: eine Tragödie. Nur, dass sie nicht im antiken Athen spielt, sondern in den wenigen verbliebenen Hallen der Barbarossastadt, deren Zustand eine öffentliche Versammlung überhaupt noch zulassen.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 26. Februar.

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