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„Jedes Kilowatt zählt“

Stadt Gelnhausen erarbeitet Sparkonzept für Liegenschaften und Verwaltung

05. August 2022 / 09:11 Uhr
Gelnhausen (re). Weniger städtische Beleuchtung, kühlere Räume, kaltes Wasser zum Händewaschen im Rathaus: Die Gaskrise wirkt sich massiv auf die Versorgungssicherheit mit Strom- und Wärmeenergie aus, die Preise steigen weiter. Und nicht nur die Bürger machen sich vor allem mit Blick auf Herbst und Winter Gedanken, wie sie Energie einsparen können. Auch die Kommunen arbeiten an entsprechenden Sparkonzepten. Die Stadt Gelnhausen will auf Grundlage des Maßnahmenkatalogs des Hessischen Städte- und Gemeindebundes in ihren Liegenschaften im ersten Schritt mindestens zehn Prozent ihres Verbrauchs einsparen. Weitere Schritte sind auf dem Prüfstand.

„Gebäudebezogene Energiesparmaßnahmen wie das Entlüften der Heizkörper, die Wartung von Heizungs- und raumlufttechnischen Anlagen, die Zugluftabdichtung von Fenstern und Türen und die Überprüfung und Justierung des Stromverbrauchs gehören in den städtischen Liegenschaften zum Standard. Angesichts der Energiekrise werden wir in den Bereichen, in denen das möglich ist, die Stellschrauben fester anziehen. Dabei sind wir teilweise durch die historische Gebäudesubstanz einiger Liegenschaften eingeschränkt, aber jedes Kilowatt, das wir sparen können, zählt“, sagt Erster Stadtrat Volker Rode in der Pressemitteilung.

Zu den Schritten, die zeitnah umgesetzt werden könnten, gehöre die Festsetzung einer gemäß Arbeitsstättenrichtlinien zulässigen Raumtemperatur von maximal 20 Grad in den Büroräumen der Verwaltung während der Heizperiode. Im Bereich der Kühlung würden die Soll-Temperaturen optimiert. Das betreffe für einige Zeit auch noch die Serverräume der Stadt, bis zur Verlagerung der Server zu den Kreiswerken Gelnhausen, die noch 2022 erfolgen solle. Ansonsten gebe es in den Liegenschaften der Stadt Klimatisierung nur dort, wo es erforderlich sei. Die Büroräume der Stadtverwaltung seien nicht klimatisiert. Umgesetzt werde dort derzeit die Umstellung der Handwaschbecken in den WC-Vorräumen auf Kaltwasser, erläutert Rode.

Beleuchtung in Parkhäusern wird auf LED umgestellt

Der Einsatz von LED-Leuchtmitteln in den öffentlichen Liegenschaften gehöre – wo ihr Einsatz möglich ist – bereits zum Standard. Die Umrüstung auf LED in den städtischen Parkhäusern werde ebenfalls zeitnah umgesetzt. Die Abschaltung von nicht sicherheitsrelevanter Außenbeleuchtung auf öffentlichen Flächen werde derzeit mit den Kreiswerken erörtert. Alle Nutzer/Vereine der städtischen Gebäude und Hallen seien aufgefordert, die Energiesparmaßnahmen in den ihnen zur Verfügung gestellten Räumen zu beachten und umzusetzen.

Die Stadt Gelnhausen setze bereits seit einigen Jahren auf die Einsparung von Energie durch reduzierte Betriebszeiten, beispielsweise an „Brückentagen“ und über Weihnachten und die Zeit „zwischen den Jahren“. Ob und wie ergänzende Schritte umgesetzt werden könnten, werde derzeit geprüft, sagt der Erste Stadtrat. Dabei werde auch erörtert, ob und wie einzelne Gebäudeteile oder auch ganze Gebäude zeitweise außer Betrieb genommen werden können. Eine erweiterte Homeoffice-Regelung dürfe in diesem Zusammenhang aber keine bloße Verlagerung des Energieverbrauchs auf die privaten Haushalte der Beschäftigten bedeuten, betont Rode, sondern müsse einen Beitrag zur Energieeinsparung insgesamt nach sich ziehen.

Geprüft würden darüber hinaus mittelfristige Schritte wie der Austausch von Wärmeerzeugern, die weitere Nachrüstung mit LED-Beleuchtungsanlagen und Bewegungsmeldern und die Beschaffung energiesparender Geräte. Zu diesen mittelfristigen Maßnahmen gehöre auch die Prüfung der Dämmung oberer Geschosse und von Hallendächern sowie der Austausch von Fenstern in den städtischen Liegenschaften.

Auch Temperaturabsenkung im Freibad ist im Gespräch

Der größte städtische Energieverbraucher sei das Barbarossafreibad. Dieser Energieverbrauch werde regelmäßig erfasst und ausgewertet. Eine weitere Absenkung der Wassertemperatur sei in vielen Kommunen im Gespräch – auch in Gelnhausen. „Wenn wir die Temperatur absenken, dann erst nach den hessischen Sommerferien“, sagt der Erste Stadtrat.

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