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Stadt sagt Weihnachtsmarkt ab

Auch keine Erlebnisführung im Dezember / Alternative Konzepte

10 Sep 2020 / 16:15 Uhr
Gelnhausen (re). Die große Weihnachtserlebnisführung und der Weihnachtsmarkt in Gelnhausen werden in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Bürgermeister, Magistrat und Kultourismusabteilung haben sich schweren Herzens zu der Absage der beliebten Veranstaltungen entschlossen. Dank alternativer Konzepte wie der „Geweih-App“ (Gelnhäuser Weihnacht), dem „Budenzauber light“, der festlichen illuminierten Altstadt rund um den riesigen Adventskranz am Obermarkt und einer Krippenausstellung soll aber trotzdem Weihnachtsstimmung in der Barbarossastadt aufkommen.

„Wer unsere Führungen kennt, wird nachvollziehen können, dass ein Hygienekonzept samt Abstandsregeln nur auf Kosten des besonderen Charmes dieser Veranstaltung umgesetzt werden könnte“, erläutert Bürgermeister Daniel Glöckner. „Die Weihnachtsführungen, die normalerweise am ersten Adventswochenende stattfinden, leben vom Austausch zwischen Gästen und Akteuren. Die topografische Struktur der engen und verwinkelten Altstadt und der Spielstationen würde nur sehr kleine Besuchergruppen erlauben, und das Einhalten der vorgeschriebenen Abstände wäre trotzdem vielerorts kaum möglich. Gleiches gilt für den Weihnachtsmarkt. Es tut uns wirklich leid, die Veranstaltungen absagen zu müssen. Aber die Gesundheit der Bevölkerung geht vor.“

Zumal kreative Lösungen entwickelt worden seien, um den Fans der Weihnachtsstadt Gelnhausen trotz allem attraktive Angebote unterbreiten zu können. „Wir sorgen bei den Weihnachtsführungen für eine digitale Alternative und haben gemeinsam mit Fachleuten die App ‚Gelnhäuser Weihnacht‘ entwickelt“, verrät Simone Grünewald, Fachbereichsleiterin Kultourismus. Mit ihrem Handy oder Tablet können Besucher auf eigene Faust die Spielorte der Weihnachtsführungen der vergangenen Jahre besuchen und dort die Szenen in Form von kleinen Videoclips kostenlos anschauen. So kann jeder vor Ort ganz individuell seine Lieblingsszenen noch einmal genießen. „Mit Freunden, der Familie oder einfach mal ganz für sich alleine, einem heißen Getränk in der Thermoskanne und einem mitgebrachten Klappstuhl ist jederzeit eine ganz individuelle Weihnachtsführung möglich“, wirbt Simone Grünewald für die neue App, die ab dem 1. Adventsonntag, 29. November, aktiv sein wird. Zusätzlich wird es wie gewohnt einige weihnachtliche Themenführungen geben sowie kleine Konzerte im Innenhof des Museums. Details werden rechtzeitig bekannt gegeben.

„Ein Weihnachtsmarkt mit Zugangsbeschränkungen, ‚Einbahnstraßen‘, Alkoholverbot und scharfen Sicherheitsvorkehrungen – das war für den Magistrat und das Orga-Team kaum vorstellbar“, führt Rathauschef Glöckner aus. „Regeln zu definieren, die den größtmöglichen Infektionsschutz und das weihnachtliche Erlebnis in Einklang bringen, und ein Konzept, das dann auch noch finanziell zu stemmen wäre – das waren sehr hohe Hürden. Zumal niemand weiß, wie sich die Pandemie in den nächsten Monaten entwickeln wird.“

Als dezentrale Alternative stellt die Stadt Kunsthandwerkern und ausgewählten Händlern auf Anfrage an ausgewiesenen Stellen in der Altstadt Flächen für Planenbuden oder händlereigene Stände zur Verfügung. Es werden nur Stände ohne vor Ort zubereitetes Essen oder Getränke zugelassen. Die Buden können in der kompletten Adventszeit geöffnet werden. Zudem wird es eine Krippenausstellung mit weit über 100 Krippen aus aller Welt in der Altstadt geben. Detaillierte Informationen hierzu werden rechtzeitig veröffentlicht.

„Der Gelnhäuser Einzelhandel und die Gastronomen werden mit verschiedenen Aktionen dafür sorgen, dass bei den Bürgern Weihnachtsstimmung aufkommt“, ist Glöckner überzeugt. „Und wir hoffen, dass wir mit den digitalen Weihnachtsführungen, dem ‚Budenzauber light‘, den Krippenausstellungen, den Themenführungen und den kleinen Konzerten im Museumshof unseren Beitrag dazu leisten können.“

Natürlich werde die Altstadt in der Adventszeit weihnachtlich geschmückt sein und der riesige Adventskalender am Obermarkt nicht nur Kinderaugen leuchten lassen. Rund um den Brunnen am Obermarkt entsteht wieder der größte Adventskranz der Region, der erneut zum „Kranz der Hoffnung“ für den guten Zweck wird.

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