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Veritas: Insolvenzverfahren eröffnet

Verwalter optimistisch: „Breite Interessentenbasis“

31 Jul 2020 / 15:17 Uhr
Gelnhausen (re). Das Amtsgericht Hanau hat am Dienstag die Insolvenzverfahren der Veritas AG, der Veritas Thüringen GmbH, der Veritas Sachsen GmbH und der Poppe GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde in allen vier Verfahren der Frankfurter Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner aus der bundesweit tätigen Kanzlei „Brinkmann & Partner“ bestellt. Die Gesellschaften sind Teil der weltweit agierenden Veritas Poppe Gruppe.

Der Automotive-Experte hat bereits das im April begonnene vorläufige Verfahren geleitet und in dieser Zeit neben der Fortführung aller Betriebe einen Investorenprozess gestartet. „In einem äußerst anspruchsvollen weltweiten Prozess, der auch die Auslandsgesellschaften in China, Mexiko, den USA, Bosnien, der Türkei, Österreich und Ungarn umfasst, nehmen sowohl strategische als auch Finanzinvestoren teil“, berichtet Plathner. „In einem durchaus kompetitiven Prozess sind die Investoren zum Teil an der gesamten Gruppe oder nur an einzelnen Betrieben interessiert. Ich bin aufgrund der breiten Interessentenbasis sehr optimistisch, eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden.“

Die Produktion an den fünf deutschen Standorten – Gelnhausen und Gießen in Hessen, Neustadt und Polenz in Sachsen sowie Benshausen in Thüringen – und den ausländischen Standorten habe vorerst stabilisiert werden können. Im Rahmen der vorläufigen Verwaltung seien umfassende Sanierungsmaßnahmen vorbereitet und zum Teil auch schon umgesetzt worden.

„Nicht zuletzt die Covid-19-Krise und der damit verbundene erhebliche Umsatzrückgang hat uns gezwungen, auf der Kostenseite Einsparungen vorzunehmen“, betont der Sanierungsexperte Plathner. In diesem Zusammenhang sei ein Stellenabbau in den deutschen Werken geplant, der zum Teil auch schon umgesetzt wurde. Plathner merkt an, dass das Management bereits vor der Covid-19-Pandemie vorinsolvenzliche Restrukturierungen geplant hatte. „Erfreulich ist, dass sowohl die Kunden als auch die Lieferanten dem Unternehmen in der schwierigen Situation treu geblieben sind und damit eine Voraussetzung für eine Sanierung im Rahmen eines Verkaufs an einen Investor sind“, sagt Plathner.

Die Mitarbeiter des Unternehmens sind laut Mitteilung über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert, ebenso sind der Betriebsrat und die beteiligte Gewerkschaft involviert. Mit Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens übernimmt die Veritas nun wieder die Löhne und Gehälter, die seit April über die Insolvenzgeldvorfinanzierung von der die Agentur für Arbeit gezahlt wurden.

Die Veritas AG beschäftigt weltweit 4 400 Mitarbeiter und verfügt über elf eigenständige Werke in Deutschland, China, Mexiko, Österreich, Bosnien, Ungarn und der Türkei.

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