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Weitermachen, anders, irgendwie

Dokumentation über Gelnhäuser Musiker im Lockdown

07. Juni 2022 / 17:22 Uhr
Gelnhausen (mab). Was denkt ein Musiker, der von Auftritten lebt, wenn er nicht auftreten darf? Was empfindet ein Künstler, der sein Leben lang dafür gearbeitet hat, von und für seine Leidenschaft leben zu können, wenn das kulturelle Leben auf Null gefahren wird? Die Dokumentation „Gedanken aus Glas“ stellt universelle Fragen und gewährt zugleich intime Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt des Gelnhäuser Musikers Joachim Villwock während der Zeit des ersten Corona-Lockdowns 2020. Gedreht hat sie Maximilian Priess. Für den heute 17-jährigen Regisseur aus Bruchköbel und seinen 49-jährigen Protagonisten war die Arbeit am Film gleichermaßen Lernprozess und prägende Erfahrung. Am kommenden Sonntag, 12. Juni, feiert die Dokumentation um 11 Uhr im Pali-Kino Premiere. Der Erlös kommt Kindern in der Ukraine zugute.

Es hat aufgehört zu regnen und ein Sonnenstrahl verbreitet Optimismus im Eingangsbereich des Pali-Kinos. Hier sitzen Maximilian Priess und Joachim Villwock zuversichtlich und entspannt, um über die Arbeit an „Gedanken aus Glas“ zu sprechen. Beide sind, rund zwei Jahre nach den Dreharbeiten, guter Dinge. Während der Regisseur gleich im Kinosaal verschwinden wird, um die erste von zwei Testvorführungen des Dokumentarfilms zu überwachen, wird der Musiker für eine TV-Produktion mit der Band „Krüger Rockt!“ nach Mannheim fahren. Vor gut zwei Wochen stand er mit seinem zweiten Projekt, dem Deep-Purple-Tribute Purple Rising und erstmals mit einem kompletten Sinfonieorchester auf der Bühne. Das Konzert in der Aschaffenburger Stadthalle war für den 49-jährigen Musiker eine großartige Erfahrung. „Die Auftritte laufen wieder sehr gut“, berichtet Villwock, „wobei ich das Glück habe, in zwei Bands spielen zu dürfen, die sehr gefragt sind. In beiden bin ich als Side-Man tätig.“ Das bedeutet, er trägt, anders als bei seinem eigenen Projekt „FluXmeister“, nicht das wirtschaftliche Risiko – und das ist nach wie vor hoch. „Noch immer machen Veranstalter oft unerwartete Rückzieher, noch immer sind die Menschen vorsichtig, wenn es darum geht, ein Konzert zu besuchen. Nach zwei Jahren Pandemie, das ist mein Eindruck, ist der Kulturbetrieb noch weiter von den Menschen entrückt. Es benötigt Zeit, bis sich das wieder eingespielt hat.“

Mehr: GNZ vom 8. Juni.

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