SUCHE

„Wir sind mehr!“

„Hand aufs Herz“ sieht Sicherheit nicht mehr gewährleistet und verzichtet vorerst auf Gegenkundgebungen zu Querdenker-Aufmärschen / Online-Aufruf gestartet

04 ene 2022 / 16:15 Uhr
Gelnhausen (re). Der Verein „Hand aufs Herz“ stellt sich uneingeschränkt hinter die Forderung von Landrat Thorsten Stolz, sich nicht an den so genannten „Spaziergängen“ der von „radikalen Impfgegnern, Coronaleugnern, Reichsbürgern, Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern durchsetzten Querdenkerbewegung“ zu beteiligen. Gleichzeitig begrüßt der Verein für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz die klare Erwartungshaltung des Landrats an Polizei- und Justizbehörden, die Initiatoren dieser nicht genehmigten Spaziergänge und rechtswidrigen Versammlungen klar zu sanktionieren und die Teilnahme zu ahnden.

„Kritische Distanz zu dieser demokratiefeindlichen Bewegung, die die pandemiebedingten Probleme der Menschen für ihre radikalen Ziele instrumentalisiert, ist jetzt genauso Pflicht wie klare Kante des Staates gegen das weitere Aufstacheln weiter Teile unserer Gesellschaft über soziale Medien wie Telegram und bei als Spaziergängen getarnten rechtswidrigen Kundgebungen. Wir dürfen das als wehrhafte Demokratie nicht weiter tolerieren“, so die Hand-aufs-Herz-Vorsitzenden Alexander Schopbach und Julia Hott in einer Pressemitteilung. Mit ihrer Solidarität gegenüber Landrat Stolz möchten sie als Verein der demokratischen Mitte auch weitere Landräte und Politiker dazu ermutigen, wie Stolz deutliche Worte zu finden. Denn angesichts des Radikalisierungsausmaßes sei nun der Staat mit konsequentem Handeln gefordert.

Hand aufs Herz organisierte und unterstützte in den vergangenen Monaten zahlreiche Gegenkundgebungen zu Querdenker-Aufmärschen und AfD-Wahlkampfveranstaltungen im gesamten Main-Kinzig-Kreis. „Mit Blick auf die aktuelle Pandemieentwicklung, aber auch aufgrund der Tatsache, dass wir unsere Sicherheit und die unserer Kundgebungsteilnehmer nicht mehr ausreichend gewährleistet sehen, verzichten wir zunächst auf Gegenkundgebungen. Angesichts des Radikalisierungsgrades müssen jetzt Politik, Behörden und Polizei mit allen zur Verfügung stehen rechtstaatlichen Mitteln handeln“, so der Vereinsvorstand.

Als eine Protestform für die Zivilgesellschaft gegen das Treiben der Querdenker hat Hand aufs Herz den Aufruf „Wir sind mehr – Wehrhafte Demokrat:innen für Respekt, Toleranz und Solidarität“ bei change.org gestartet (siehe Infokasten auf dieser Seite) und appelliert an alle Bürger, ihn zu unterzeichnen. Interessierte finden ihn unter www.change.org/Wehrhafte-Demokratie-Wir-sind-mehr.

Hand aufs Herz plant weitere Aktionen in den kommenden Wochen, um der demokratischen Mitte die Möglichkeit zu geben, „Gesicht gegen die radikalen Querdenker zu zeigen“. Außerdem werde der Verein seine Aufklärungs- und Bildungsarbeit uneingeschränkt fortsetzen.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4