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Zwischen EU-Kritik und „Fake News“

Klasse der Beruflichen Schulen mit Gästen aus Tschechien bei der GNZ

03 Apr 2019 / 12:34 Uhr
Gelnhausen (wel). Europäische Begegnung ganz praktisch: Schüler einer elften Klasse mit Schwerpunkt Wirtschaft der Beruflichen Schulen Gelnhausen mit ihrer Lehrerin Claudia Breunung haben heute gemeinsam mit neun Austauschschülern aus Tschechien das Druck- und Pressehaus Naumann besucht. Neben einer Führung durch das Medienhaus ging es um ein Thema, das Menschen in ganz Europa angeht: „Fake News“.

Die neun Schüler einer Technischen Fachschule für Wirtschaft und Maschinenbau aus Frýdek-Místek bei Ostrau im Osten Tschechiens verbringen mit ihrer Lehrerin Marta Michaláková eine Woche in Gastfamilien. Bei ihrem Besuch im Druck- und Pressehaus zeigten sich die jungen Leute, die in den beiden nächsten Jahren ihr Abitur ablegen, sehr interessiert und diskutierfreudig.

Verleger Oliver Naumann führte die gemischte deutsch-tschechische Gruppe zunächst rund eineinhalb Stunden durch den Verlag, zeigte die neue Rotationsdruckanlage, die beiden großen Prospekteinlegemaschinen sowie die Abteilungen des Medienhauses vom Vertrieb über den Versand und die Anzeigenabteilung bis hin zu Redaktion, Druckvorstufe und Druckereiverwaltung.

Spannend wurde es dann in der rund einstündigen Diskussion. Das Thema „Fake News“ und der Umgang damit bewegt die Schüler. GNZ-Chefredakteur Thomas Welz stellte sich den Fragen und berichtete über gesetzliche Grundzüge des Presserechts und die Bedeutung des Pressekodex in der täglichen redaktionellen Arbeit. Vieles, was heutzutage gerade in sozialen Netzwerken kursiere, entspreche leider häufig nicht der Wahrheit. Umso wichtiger sei daher die Arbeit einer unabhängigen Tageszeitung, die vermeintliche „Fakten“ nachprüfe und gegenrecherchiere, bei pauschalen Behauptungen immer auch die Gegenseite höre.

Viel Raum nahm auch der Umgang mit der Flüchtlingskrise ein. In Tschechien, so war seitens der Schüler zu hören, grassieren viele Vorurteile gegenüber Fremden, verbunden mit zum Teil bewusst geschürten Ängsten, auch und gerade von älteren Bürgern. Außerdem beklagten die Schüler gewisse europafeindliche Tendenzen in ihrem Land.

Der Austausch zwischen den deutschen und den tschechischen Schülern sei vor diesem Hintergrund besonders wichtig, waren sich die beiden Klassenlehrerinnen einig, die sich die diskutierten Themen besonders auf ihre Fahnen geschrieben haben.

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