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Ausschuss macht keine Ausnahme

Die Harmonie Lieblos bekommt keinen erhöhten Zuschuss für eine neue Lüftungsanlage. Die SPD hätte dies als unfair gegenüber anderen Vereinen empfunden. Auch die FWG lehnt ab. Das Projekt ist für den Gesangverein so kaum stemmbar. Die Enttäuschung ist groß.

23 Feb 2021 / 16:42 Uhr
Gründau (pfz). Keine Ausnahme für den Gesangverein Harmonie Lieblos: Die geplante Aufrüstung der Lüftungsanlage im Vereinsheim am Bürgerzentrum wird nicht über die in den Förderrichtlinien der Gemeinde festgelegten 20 Prozent hinaus bezuschusst. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Montagabend im Bürgerzentrum mit Stimmen von SPD und FWG entschieden. Der Gesangverein zeigte sich im Anschluss an den Beschluss niedergeschlagen. Die Verantwortlichen der Harmonie betonen, dass das Projekt für sie nun kaum zu stemmen ist.

Die Summe der Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 93 000 Euro. Trotz einer 40-prozentigen Förderung des Bundes bringt das den Verein an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten. Laut den Förderrichtlinien der Gemeinde gibt es einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent, rund 18 600 Euro. Der Verein hatte auf weitere 14 000 Euro Beihilfe gehofft, das sind zusätzliche 15 Prozent. Das hatte aber bereits der Gemeindevorstand nicht befürwortet und als Alternative Folgendes vorgeschlagen: Der Verein nimmt einen Kredit auf, die Gemeinde übernimmt eine Ausfallbürgschaft bis zu 30 000 Euro.

Die CDU aber wollte für die Harmonie eine Ausnahme machen und die zusätzlichen 15 Prozent sofort bereitstellen. „Der Verein nimmt erhebliche finanzielle Anstrengungen auf sich, da sollten wir ihn tatkräftig unterstützen“, sagte Christdemokrat Ludger Fröhle, der den Antrag seiner Fraktion vorstellte. Eine neue Lüftung erhöhe nicht nur den Wert des gemeindeeigenen Gebäudes, sie könne auch in der Pandemie dafür sorgen, dass die Vereine „bald wieder in die Zukunft starten können“, sagte Fröhle. Denn nicht nur die Harmonie nutze das Vereinsheim als Versammlungsort.

Katrin Rehbein (SPD) stimmte zwar zu, dass das Vorhaben gefördert werden sollte. „Eine Förderung über 20 Prozent und die Bürgschaft hinaus ist aber nicht gerechtfertigt“, sagte sie. Alle Vereine der Gemeinde seien von Corona betroffen und müssten finanzielle Anstrengungen meistern. „Wenn wir jetzt eine Förderung abweichend beschließen, wäre das ungerecht den anderen Vereinen gegenüber. Wenn wir fördern, dann alle gleichermaßen“, betonte die Sozialdemokratin.

Mehr dazu in der GNZ vom 24. Februar.

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