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Banges Warten auf den Flug nach Hause

Medizinstudentin Carolin Specht aus Gründau berichtet über ihr Praktikum in Nepal und die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes wegen der sich ausbreitenden Covid-19-Pandemie

03 Apr 2020 / 16:28 Uhr
Gründau (re). Die 27-jährige Medizinstudentin Carolin Specht hat besonders aufregende und kräftezehrende Tage hinter sich. Die Gründauerin war jüngst für ein Auslandspraktikum in Nepal. Aufgrund der Corona-Krise ist sie nun nach einigen Schwierigkeiten über die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes aus dem Binnenstaat in Südasien zurückgekehrt. Specht, die 2016 bereits in der GNZ von ihrem Freiwilligendienst im westafrikanischen Togo berichtete, erzählt nun von ihren Erlebnissen in Nepal und der Rückholaktion.

Am 27. Februar bin ich für eine zweiwöchige Famulatur, ein ärztliches Praktikum, und eine anschließend geplante zweiwöchige Rundreise mit Trekking nach Nepal aufgebrochen. Organisiert hatte ich meine Krankenhausfamulatur über den Verein Nepalmed mit Sitz in Grimma, der verschiedene Krankenhäuser in ganz Nepal mit medizinischer Ausrüstung und Knowhow unterstützt. Im Rahmen des Medizinstudiums müssen wir während der vorlesungsfreien Zeit in verschiedenen Bereichen der Medizin Praktika leisten und haben dabei auch die Möglichkeit, diese im Ausland zu absolvieren.

Besondere Reisewarnungen bezüglich der Covid-19-Pandemie gab es zu diesem Zeitpunkt für Nepal noch nicht, außer dem Hinweis des Auswärtigen Amtes, sich gegen Influenza impfen zu lassen, um bei grippeähnlichen Symptomen schon einmal abgrenzen zu können, dass man nicht unter der zur aktuellen Jahreszeit „gewöhnlichen Influenza“ leidet. Ausgerechnet am 27. Februar schneite es in Frankfurt nachmittags kurzfristig stark, die Maschine konnte erst losfliegen, nachdem die Tragflächen über eine halbe Stunde lang enteist wurden.

Aufgrund der Witterung war es ein holpriger Start mit einigen Turbulenzen auf dem Flug nach Kathmandu, einer der am schwierigsten anzusteuernden Flughäfen weltweit. Erst zwei Jahre zuvor war es am Tribhuvan International Airport zu einer Bruchlandung eines Flugzeuges aus Bangladesch gekommen, bei der mehr als 40 Menschen starben. Da ich jedoch kein besonders ängstlicher Fluggast bin, habe ich mir keine Sorgen gemacht und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein und zirka 23 Grad nach zehn Stunden Flugzeit sanft landen.

Am Flughafen wurde ich bereits von meiner Gastfamilie erwartet, die mich mit traditionellen nepalesischen Schals und einem selbstgemalten Schild äußerst warmherzig in Empfang nahm. Für vier Wochen durfte ich mit ihnen in ihrem Haus in Kathmandu leben und die newarische Kultur, den Hinduismus und die hervorragenden Speisen und Getränke der nepalesischen Küche kennenlernen.

Da die Woche in Nepal bereits am Sonntag beginnt und auch nur ein Tag Wochenende ist, hatte ich an einem Sonntag meinen ersten Famulaturtag im Kathmandu Model Hospital in der Pradarshani Marg in Kathmandu. Als Fachgebiet hatte ich mich für die Abteilung der Gynäkologie und Geburtshilfe entschieden und startete voller Vorfreude und positiver Energie in mein Praktikum. In den darauffolgenden zwei Wochen war ich Teil des medizinischen Fachpersonals und durfte den nepalesischen Ärzten bei vielen Untersuchungen und Operationen assistieren.

Die ganze Story lesen Sie in der GNZ vom 4. April.

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