SUCHE

Fliegenplage: Kompostierungsanlage „offensichtlich nicht der Auslöser“

Auch neues Gutachten aus dem Jahr 2019 sieht Biomülltonnen im Wohngebiet als Ursache

09 Apr 2020 / 12:20 Uhr
Gründau-Lieblos (pfz). Der Frühling zeigte sich diese Woche mit warmen Temperaturen von seiner besten Seite. Was für die einen ein Segen ist, bedeutet für die anderen, sich mit Insekten herumzuärgern. Die Fliegenplage hat in Gründau wieder Einzug gehalten, in den sozialen Netzwerken beschweren sich zahlreiche Bürger darüber. Viele sehen weiterhin die kreiseigene Kompostierungsanlage bei Lieblos als Auslöser. Doch ein neues Gutachten aus 2019, das der GNZ-Redaktion vorliegt, widerspricht und rückt stattdessen die Biomülltonnen in den Wohngebieten in den Vordergrund. Die SPD übt derweil scharfe Kritik an dem Gutachten und hat einen Antrag formuliert.

Bereits ein Gutachten aus dem Jahr 2018 konnte keinen Zusammenhang der Fliegenentwicklung im Ort und im Kompostwerk feststellen. Die neue Expertise aus dem vergangenen Jahr sieht diese Beobachtungen im Wesentlichen bestätigt, wie der von der Gemeinde beauftragte Biologe ausführt. Die Deponie diene zwar wegen dort gelagerten Rückständen als Überwinterungsquartier, aus dem die Fliegen im Frühjahr erwachen. Allerdings hätten die Insekten durch ihr Naturell kein Interesse daran, dieses Biotop zu verlassen und in Richtung des Ortes zu ziehen. Selbiges gelte für den Reiterhof zwischen Kompostieranlage und Siedlungsgebiet. Der Biologe schreibt: „Eine massenhafte Migration von Fliegen in den Ort hinein ist sehr unwahrscheinlich.“ Auf eine Einhausung der Deponie, die das Gemeindeparlament gefordert hatte (die GNZ berichtete), könne man verzichten.

Im Wohngebiet seien in etlichen Biotonnen große Mengen an Maden beobachtet worden.

Mehr dazu in der GNZ vom 11. April.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: