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„Hebesatzparadies“ trotz Defizit

Bürgermeister Gerald Helfrich bringt gemeindlichen Haushalt für das Jahr 2020 ein

28 Jan 2020 / 16:13 Uhr
Gründau (pfz). Die Gemeinde Gründau benötigt im zweiten Jahr in Folge ein Sicherungskonzept für ihren Haushalt. Der Etat für 2020, den Bürgermeister Gerald Helfrich (parteilos) am Montagabend in der Sitzung des Gemeindeparlaments in Gettenbach eingebracht hat, schließt mit einem satten Defizit in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro ab. Allerdings verfügt die Kommune bekanntermaßen über üppige Rücklagen, um das Minus auszugleichen und den in der Gemeindeordnung vorgeschriebenen Haushaltsausgleich zu erreichen. Hintergrund für das Defizit: Gründau erhält weniger Gewerbesteuereinnahmen.

Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte die Gemeinde die Meldung von Unternehmen erhalten, dass sie mit niedrigeren Erträgen rechnen muss (die GNZ berichtete). Dem Bürger wird trotzdem nicht tiefer in die Tasche gegriffen, es gibt keine Veränderungen bei den Steuerhebesätzen (die Zahlen entnehmen Sie unserer Grafik). „Sowohl bei der Grund- als auch bei der Gewerbesteuer ist Gründau weiterhin hessenweit unterste Spitze. Das bedeutet: so niedrig wie kaum eine andere Gemeinde. Wir sind quasi das hessische Hebesatzparadies“, sagte Bürgermeister Helfrich am Montagabend. Zudem verfüge die Kommune weiterhin über eine stabile Finanzlage.

Und das, obwohl im ordentlichen Ergebnis ein Minus von 3,3 Millionen Euro und im Finanzhaushalt ein negativer Saldo von rund 3 Millionen Euro steht. Das ergibt einen Zahlungsmittelbedarf von rund 6,3 Millionen Euro. „Unsere Gemeinde verfügt über ausreichende Rücklagen, um den Erfordernissen der Gemeindeordnung dennoch gerecht zu werden“, wischte Gerald Helfrich Bedenken beiseite. Gründau kann sich deshalb auch Investitionen in Höhe von 7,2 Millionen Euro leisten. In den vergangenen zehn Jahren lag die durchschnittliche Investitionssumme bei 5,2 Millionen Euro.

Mehr dazu in der GNZ vom 29. Januar.

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