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Staat mit manipulierter Kasse geprellt

Steuerhinterziehung in Gründauer Restaurant: 25-jährige Studentin vor Gericht

26 Nov 2020 / 17:45 Uhr

Gründau/Hanau (pfz). Im Jahr 2015 übernimmt die erst 20-jährige Kim Y. (Name geändert) ohne jegliche Vorerfahrungen in der Gastronomie ein Asia-Restaurant in Gründau. Anschließend sinken die Umsätze drastisch. Aber nicht etwa, weil das Geschäft schlecht läuft: Y. soll mittels eines manipulierten Kassenssystems Umsätze gelöscht und so in drei Jahren rund 350 000 Euro Steuern hinterzogen haben. Seit gestern läuft der Prozess gegen die mittlerweile 25-jährige BWL-Studentin.

Ein Geschäftsmann aus Frankfurt hatte Asia-Restaurants in ganz Deutschland mit von ihm programmierten Kassensystemen und einem sogenannten Manipulationstool ausgestattet. Eines seiner Produkte mit dem Namen „Plutus“ wurde auch in Gründau genutzt. Mit der auf einem USB-Stick gespeicherten Software war es möglich, gebuchte Umsätze nachträglich wieder zu löschen, ohne dass dies auffiel, sozusagen lückenlos. Die von dem Mann ausgestatteten China-Restaurants sollen den Staat laut Medienberichten um insgesamt mehr als 2,8 Millionen Euro geprellt haben. Der Frankfurter wurde im April vom Landgericht Göttingen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in 27 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt.

Steuerfahnder aus Braunschweig hatten den Mann ins Visier genommen. Dabei stießen sie auch auf Daten aus Gründau.

Mehr dazu in der GNZ vom 27. November.

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