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Unrecht und Verfolgung gab es in jedem Dorf

Gründauer Gedenkveranstaltung zur „Reichspogromnacht“ in Gettenbach

11 Nov 2018 / 19:40 Uhr
Gründau-Gettenbach (hac). Zum 80. Jahrestag der Pogromnacht fand am Freitag eine große Gedenkveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Gettenbach statt. Eingeladen hatten die Gemeinde, der Geschichtsverein Gründau, die Evangelische „Kirche auf dem Berg“, die Katholische Christkönigkirche und die Evangelisch-Methodistische Kirche Rothenbergen.

Mit einer ergreifenden Version von „Summertime“ eröffnete Peter Glessing mit seiner Klarinette den Abend. Der Erste Beigeordnete Axel Fetzberger begrüßte im Namen der Gemeinde fast 100 Gäste im Saal. Unter den vielen begangenen Jahrestagen würde der 9. November gerne zur Seite geschoben, dabei sei er das Sinnbild für den Beginn der Judenverfolgung in Deutschland. Das Attentat auf Ernst von Rath in der deutschen Botschaft in Paris durch den Juden Herschel Grynszpahn am 7. November 1938 wurde zum Anlass genommen. Von Rath verstarb am 9. November und noch am selben Abend rief Joseph Goebbels dazu auf, jüdische Geschäfte und Synagogen zu zerstören. Fetzberger erinnerte daran, dass in dieser, unter dem Namen „Reichskristallnacht“ bekannt gewordenen Aktion auch Gründau nicht verschont blieb. In der Liebloser Synagoge wurde Feuer gelegt. Die religiösen Ritualien waren schon vorher nach Frankfurt verbracht worden und fielen dort der Nacht zum Opfer. Der für die Gründauer Juden zuständige Friedhof in Niedermittlau wurde in dieser Nacht geschändet. In Roth wurde die Haustür des Domizils der jüdischen Familie Rosenthal zugemauert. Viele Juden aus Gründau flohen zuerst in das jüdische Ghetto in Frankfurt, in der trügerischen Hoffnung auf ein besseres Leben.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 12. November.

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