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Was bleibt, sind Trümmer

Nach dem Brand in Lieblos ermittelt die Kripo wegen fahrlässiger Brandstiftung

18 Apr 2019 / 08:25 Uhr
Gründau-Lieblos (re/mln). Der Brand ist gelöscht, die Feuerwehr abgerückt. Was zurück bleibt, ist ein Geruch nach verbranntem Holz, der in der Luft hängt. Nach dem Feuer an zwei Mehrfamilienhäusern am Dienstagmittag „Im Euler“ in Lieblos (die GNZ berichtete) ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Die Brandursachenermittler gehen derzeit davon aus, dass das Feuer durch Gartenarbeiten mit einem Bunsenbrenner, die ein Anwohner gegen 13.30 Uhr ausgeführt haben soll, entstanden ist. Zunächst brannte wohl eine Thuja-Hecke, dann griffen die Flammen auf die Häuser über. Durch das Feuer kam zum Glück niemand zu Schaden.

Was bleibt, sind zwei unbewohnbare Häuser. Das größere Gebäude besteht zum Großteil nur noch aus Trümmern. Aus statischen Gründen ist es nicht mehr renovierbar und muss abgerissen werden. Der Besitzer, ein Familienvater und selbst aktiver Feuerwehrmann, konnte nur ein paar Kleinigkeiten aus seinem abgebrannten Haus bergen. „Ich habe zwei Taschen rausgeholt. Das Lieblingsstofftier meiner Tochter hat auch überlebt, da ist ein Spielzeugregal draufgefallen und hat es wie eine Schutzglocke erhalten. Ansonsten konnten wir nur ein paar Uhren rausholen“, berichtet er. Derzeit kommt die Familie im möblierten Wohnhaus der Großmutter unter, die vor wenigen Wochen verstorben ist. Seine Frau kaufe gerade neue Kleidung für die Familie, das sei das einzige, was ihnen momentan fehle. „Die Kinder sind untergekommen, das ist das Wichtigste“, betont der Familienvater. Auch ein Mann, der eine Wohnung im Haus des Feuerwehrmanns gemietet hatte, steht vor dem Nichts. Sein wertvoller Oldtimer, ein gelber Porsche, verbrannte in der Garage.

Die Besitzer des Gebäudes nebenan trifft das Feuer ebenfalls hart. Dort ist der Dachstuhl verbrannt, die Schäden sind immens. „Wir haben das Haus erst vor etwa einer Woche gekauft, seit acht Tagen haben wir die Schlüssel“, so eine der Eigentümerinnen. In den kommenden Wochen wollten die drei Familien das Haus renovieren. Als das Feuer ausbrach, waren sie gerade dabei, Tapete von den Wänden zu entfernen. Die Mieten für ihre Wohnungen seien bereits gekündigt, sie hatten vor, Ende Juni einzuziehen. Wo sie nun von Juli an wohnen sollen, wissen sie nicht, so eine der Besitzerinnen.

Der mutmaßliche Verursacher des Feuers habe seine Schuld bereits am Abend des Unglücks zugegeben und sich bei den Eigentümern entschuldigt. „Das war sehr anständig von ihm“, so der Familienvater und Feuerwehrmann.

Trotz der Tragödie bleiben die Familien optimistisch. „Wie heißt es immer? Aufstehen, Krönchen richten, weitergehen“, scherzt der Eigentümer des großen Mehrfamilienhauses. Wer seine Familie und die geschädigten Nachbarn finanziell unterstützen möchte, hat die Möglichkeit, Spenden auf ein für diesen Zweck eingerichtetes Konto der VR Bank, IBAN: DE95 5079 0000 0006 3274 00, zu überweisen. Der Betrag wird unter den fünf geschädigten Familien aufgeteilt.

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