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„Ich hatte das Bedürfnis, etwas zu tun“

Nicole Grün von der Feuerwehr Neuenhaßlau hat Spenden für die Flutopfer gesammelt

23. Januar 2022 / 16:22 Uhr
Neuenhaßlau (tsl). Im Juli saß Nicole Grün vor dem Fernseher und konnte es nicht glauben: „Menschen hatten ihre Häuser verloren, Kinder nichts mehr anzuziehen, Tiere nichts mehr zu essen.“ Die Bilder von der Flutkatastrophe im Ahrtal gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf, „ich hatte das Bedürfnis etwas zu tun.“ Kurzerhand rief Nicole Grün eine Spendenaktion ins Leben und brachte gemeinsam mit ihren Kameraden von der Feuerwehr Neuenhaßlau etwa 20 Paletten Kleidung, Nahrung und Werkzeug in das betroffene Gebiet. Dafür ist sie am Donnerstag mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde ausgezeichnet worden (wir berichteten).

Eins ist der 35-Jährigen wichtig: „Allein hätte ich das nicht geschafft.“ Das sei aber das Schöne an der Feuerwehr: Sie ist da, wenn man sie braucht, nicht nur bei Einsätzen. Viele der Ehrenamtlichen seien bei der Aktion genauso oft vor Ort gewesen wie sie selbst, „obwohl es meine Idee war, die ich vorher mit niemandem abgesprochen habe“.

Denn zu Beginn hatte Nicole Grün überlegt, privat Spenden sammeln. Ihr Lebensgefährte Ivica Junacki, der ebenfalls bei der Feuerwehr ist, überzeugte sie aber, den Verein an Bord zu holen. „Die Feuerwehr verfügt über Logistik, also große Fahrzeuge und die Halle wollten wir zum Sammeln der Spenden nutzen.“ So wurde ein Dienstplan geschrieben, um die Gegenstände in Empfang nehmen zu können, ein Aufruf über die sozialen Medien gestartet und eines der drei Feuerwehrautos aus der Garage gefahren.

Doch was dann kam, überstieg alle Erwartungen: „Wir wurden völlig überrannt“, erinnert sich die Neuenhaßlauerin, die Spendenbereitschaft sei unglaublich groß gewesen. „Die Leute kamen nicht nur von hier, sondern auch aus Hanau, Gelnhausen und Bad Soden-Salmünster“, um Hygieneartikel, Kleidung, Schuhe, Tiernahrung und Decken zu bringen. „Einer hat uns einen originalverpackten Aggregator hingestellt.“ Dazu gesellten sich Besen, Schaufeln, Kettensägen, Schubkarren und Arbeitshandschuhe, auch von der Firma Strauß. Ein Reit- und Fahrverein spendete säckeweise Nutzfutter.

Mehr lesen Sie am 24. Januar in der GNZ.

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