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„Menschen sind keine Spielfiguren“

Neuenhaßlau: Emerson-Mitarbeiter protestieren gegen geplante Standortschließung

08 Jun 2021 / 17:59 Uhr
Hasselroth-Neuenhaßlau (mab). Ende 2022 soll das Licht ausgehen: Der Emerson-Electric-Konzern will seinen Standort in Neuenhaßlau komplett schließen und die rund 70 Abeitsplätze nach Schottland verlagern (die GNZ berichtete). Für eine Stunde ruhte die Arbeit im Spezialunternehmen für Gasanalysen bereits am Dienstagmorgen. Nahezu die komplette Belegschaft beteiligte sich an der ersten Protestaktion von Betriebsrat und IG Metall. Die Forderung: Die Konzernführung in den USA soll mit den Betroffenen verhandeln – nicht über die Abwicklung, sondern über die Zukunft des Standorts.

Eigentlich wollte Matthias Bangert 2021 sein Dienstjubiläum feiern. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende arbeitet sein 40 Jahren bei Emerson. Jetzt befindet er sich mitten im Arbeitskampf. Ende Januar hat die Belegschaft von den Plänen des US-amerikanischen Konzerns erfahren, den Standort der Emerson Process Management GmbH in Neuenhaßlau zu schließen. Und das offenbar schon Ende 2022, wie mehrere Beschäftigte im Gespräch mit der GNZ informierten. Auch der Standort im oberbayerischen Weßling soll laut IG Metall dichtgemacht werden. Der dritte deutsche Standort in Langenfeld soll erhalten bleiben, allerdings ohne Tarifbindung. Deutschlandweit sind nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 600 Arbeitsplätze bedroht.

Damit nicht genug, hat der Konzern offenbar bereits Fakten geschaffen: Wie Gewerkschaftsbevollmächtigter Robert Weißenbrunner am Dienstag bei der Protestaktion vor dem Firmengebäude erläutere, seien die dortigen Mitarbeiter angewiesen worden, Musterprodukte nach Schottland zu schicken. Dort, so hieß es aus den Reihen der Belegschaft, habe der Konzern bereits eine Halle gekauft, in der drei Standorte zusammengelegt werden sollen. Wo und wann die Entscheidung getroffen wurde, weiß keiner der Betroffenen genau.

Mehr: GNZ vom 9. Juni.

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