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„Nieder mit dem König“

Mehr als 200 Menschen demonstrieren gegen Reichsbürger-Zentrum in Hasselroth

07. Mai 2022 / 21:06 Uhr
Hasselroth-Neuenhaßlau (mab). Einen eher ungewöhnlichen Anblick hat die Neuenhaßlauer Bahnhofstraße heute Vormittag geboten: Wo sonst Autos fahren demonstrierten rund 300 Menschen gegen die Eröffnung eines Reichsbürger-Ladens. Zwar hatten die Betreiber die angekündigte Gründung eines sogenannten Projektzentrums als „Außenstelle des Königreich Deutschland“ zwischenzeitlich abgesagt. Dass sich die als extremistisch geltende Organisation wirklich aus der Gemeinde zurückzieht, hält indes nicht nur Bürgermeister Matthias Pfeifer (SWG) für wenig glaubwürdig, der auf der Demonstration weitere Protestaktionen ankündigte.

Das gab es noch nie in Hasselroth, zumindest eine sehr lange Zeit nicht. Lediglich in den 70er-Jahren erlebte die Gemeinde eine größere Protestaktion gesehen, als im Neuenhaßlauer Übergangswohnheim eine Müllverbrennungsanlage errichtet werden sollte. „Aber die Demo damals kann man mit der heute nicht vergleichen“, erinnerte sich Hubertus Peter (SPD), Mitglied im Hasselrother Gemeindevorstand heute Vormittag, während kurz vor 10 Uhr immer mehr Menschen auf die Bahnhofstraße strömten. Die Polizei schätzt die Teilnehmerzahl auf 200 bis 250, andere Beobachter gingen sogar von knapp 300 Demonstranten aus.

Die Feuerwehr hatte den Abschnitt zwischen Barbarossastraße und Kinzigstraße mit Einsatzfahrzeugen abgesperrt. Auch die Beamten des Ordnungsbehördenbezirks, des DRK und Gemeindevertreter sorgten für die Sicherheit bei der etwa 30-minütigen Veranstaltung. Nicht alle Teilnehmer kamen aus Hasselroth, viele waren auch aus anderen Kommunen, vor allem aus Gelnhausen, angereist, darunter Vertreter der Jusos und der Jungen Union. Kamerateams von RTL und vom Hessischen Rundfunk verfolgten die Demonstration und richteten ihre Objektive unter anderem auf die zahlreichen Transparente, auf denen Sätze wie „Reichsbürger raus“, „Nein zu Verfassungsfeinden“ oder einfach „Nieder mit dem König“ zu lesen waren.

Mehr: GNZ vom 9. Mai.

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