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Zwillingskitz am Feldrand von freilaufenden Hunden totgebissen

Anwohnerin appelliert an Hundebesitzer, Rücksicht auf junge Wildtiere zu nehmen

11. August 2022 / 18:06 Uhr
Hasselroth-Niedermittlau (ag). Während der Brut- und Setzzeit von Vögeln und Wildtieren soll deren Nachwuchs vor stöbernden Hunden geschützt werden. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es dazu nicht, lediglich kommunale Regelungen. In Hasselroth ist deswegen eine Leinenpflicht vom 15. März bis 30. Juni festgelegt. Doch auch nach dieser Zeit kommt es zu tragischen Unglücken zwischen Hunden und Wildtieren, wie Beate Vonrhein festgestellt hat. Sie beobachtet seit Jahren eine Ricke mit ihrem Nachwuchs auf ihrem Grundstück. Nun wurde eines der diesjährigen Zwillingskitze praktisch vor ihren Augen totgebissen.

Jedes Jahr bringt eine Ricke ihren Nachwuchs auf dem Grundstück, auf dem Vonrhein ihre Schafe den Sommer über weiden lässt, zur Welt. Extra deswegen dürfen die Schafe erst spät im Jahr auf die Sommerweide: zuerst darf das Reh ihren Nachwuchs ablegen, bevor der Weidezaun für die Schafe aufgestellt wird. In diesem Jahr brachte die Ricke Anfang Juni Zwillinge auf die Welt. „Es war rührend zu sehen, wie die beiden Abends zusammen auf dem Feldweg gespielt und getobt haben“, erzählt die Tierliebhaberin. Da sie mehrfach täglich die Schafe versorgt, begegneten ihr die zwei Kitze oft. „Immer habe ich einen Moment innegehalten und den beiden zugesehen.“

Doch in der vergangenen Woche änderte sich das abrupt: „Eine Hundehalterin ließ ihre beiden Mischlinge praktisch unbeaufsichtigt über die Wiesen und Felder zwischen Niedermittlau und Gondsroth laufen. Ich habe die Frau in über 500 Metern Entfernung gemütlich spazieren sehen, während die Hunde an dem Schilfgürtel gejagt haben.“ Als Vonrhein dann zu ihrem Grundstück kam, lag eines der beiden Kitze schreiend am Feldrand. „Es war vor lauter Hundesabber ganz nass am Bauch und am Hals.“

Mehr: GNZ vom 12. August

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