SUCHE

Zwischen Abschied und Aufbruch

Heimatmuseum muss sich von zahlreichen Exponaten trennen / Interesse am Verein wächst kontinuierlich

01 oct 2021 / 17:01 Uhr
Hasselroth-Niedermittlau (mab). Der Schreck beim Hasselrother Heimat- und Geschichtsverein war groß, als am vergangenen Pfingstsonntag bekannt wurde, dass Teile des Heimatmuseums und der dort gezeigten Exponaten von Holzwürmern befallen wurden. Von zahlreichen Ausstellungsstücken musste sich der Verein trennen, andere sollen gerettet werden. Zudem muss auch ein Teil der 1997 errichteten Remise erneuert werden. Eine teure Angelegenheit für den Verein mit seinen rund 60 Mitgliedern. Mit zahlreichen Aktionen wollen die Verantwortlichen nun Geld für die Sanierung auftreiben, und die sind bereits vielversprechend angelaufen. „Es scheint, als ob gerade der Holzwurm dazu geführt hat, dass die Menschen in Hasselroth sich wieder stärker mit dem Museum beschäftigen“, gelingt es der kommissarischen Einrichtungsleiterin Joselyn Grimm sogar, der schwierigen Situation positive Aspekte abzugewinnen.

Joselyn Grimm und Jörg Welzel haben einige Mühe, im Gemeinschaftsraum des Heimatmuseums einen Platz für ihre Kaffeetassen zu finden. Die Mitglieder des Geschichtsvereins sind dabei, die Bücher aus der Bibliothek des Obergeschosses zu sortieren, die in unzähligen Umzugskartons im Raum verteilt sind. „Wir lösen die Bibliothek auf, da wir am bisherigen Standort einen Raum für Sonderausstellungen einrichten wollen“, informiert die kommissarische Museumsleiterin. Die Bücher, die teilweise aus Schulbeständen und privaten Nachlässen stammen, darunter Romane, Kinder- und Sachbücher oder große Bildbände, sollen bei einem Flohmarkt im Museum verkauft werden, um Geld für die Rettung der vom Holzwurm befallenen Exponate zu generieren. Wie stark die Schädlinge dem Bestand der Sammlung zugesetzt haben, wird bei einem Rundgang durch die Ausstellungsräume sichtbar. Hier fehlt ein Schrank, dort ein Regal. Die Sammlung der Wächtersbacher Keramik ist bereits als Dauerleihgabe in Museen nach Brachttal und Meerholz gebracht worden. Denn der Verein benötigt jetzt vor allem Platz, um die Exponate aus der Remise und dem nicht mehr nutzbaren Keller im Museum unterzubringen und die Ausstellung neu zu gestalten. Der Anbau, den die Vereinsmitglieder in Eigenleistung neben dem Gebäude der Gemeinde errichtet haben, ist besonders stark betroffen.

Mehr: GNZ vom 2. Oktober.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: