SUCHE

Schön, aber eng

Parlament stimmt für Neugestaltung des Lindenplatzes in Pfaffenhausen / Bedenken wegen Verkehrssicherheit

09. November 2021 / 16:36 Uhr
Jossgrund-Pfaffenhausen (dan). Einstimmig haben die Jossgründer Gemeindevertreter am Montagabend die geplante Neugestaltung des Lindenplatzes in Pfaffenhausen beschlossen. Nach dem bereits vollzogenen Verkauf der ehemaligen Gaststätte „Linde“ und der Ansiedlung der Seniorendependance soll das Vorhaben die Pfaffenhäuser Ortsmitte weiter aufwerten. Kritisch bewerteten die Gemeindevertreter allerdings die dortige Verkehrssitutation. Eine farbliche Abgrenzung des Fahrbahnbereichs soll in diesem Bereich künftig die Verkehrssicherheit erhöhen.

„Es tut sich richtig was in der Pfaffenhäuser Ortsmitte“, sagte Bürgermeister Rainer Schreiber zu Beginn der abschließenden Beratungen im Gemeindeparlament. In den vergangenen drei Jahren sei bereits einiges passiert: „Das ist eine beeindruckende Sache, die Ortsmitte wird zu einem echten Schmuckstück“, meinte der Rathauschef. Insgesamt sind laut Bürgermeister Schreiber im Rahmen des Programms „Strategische Sanierungsbereiche“ rund 3 Millionen Euro in die Pfaffenhäuser Ortsmitte investiert worden. 1,2 Millionen Euro stammen von der Gemeinde sowie aus Fördermitteln (50 bis 60 Prozent), die restlichen 1,8 Millionen Euro seien privat investiert worden.

Ein wesentlicher Punkt für die weitere Aufwertung des Bereichs ist für den Bürgermeister der neuzuschaffende Lindenplatz, der sich zwischen der ehemaligen Gaststätte, dem Kaufhaus Hohmann und der namensgebenden Linde an der Lohrhaupter Straße erstrecken soll: „Ich kann für dieses Vorhaben nur werben, weil wir dadurch außerdem die Parkplatzsituation in Pfaffenhausen, auch mit Blick auf die neue Seniorendependance, verbessern werden.“ Der Beschluss für die Neugestaltung sollte nach Ansicht des Bürgermeisters bereits vor den anstehenden Haushaltsberatungen erfolgen, um rasch die notwendige Ausschreibung auf den Weg bringen zu können. Für die Neugestaltung rechnet Schreiber mit Kosten von etwa 240 000 Euro. Davon könne die Gemeinde rund 150 000 Euro als Zuschuss aus dem Förderprogramm des Landes erhalten.

Die Fraktionen im Gemeindeparlament bewerteten die Pläne für die Neugestaltung des Lindenplatzes grundsätzlich ähnlich positiv: „Das Vorhaben ist der krönende Abschluss, um die Ortsmitte deutlich aufzuwerten“, meinte etwa der stellvertretende FWG-Fraktionsvorsitzende Matthias Bien. Auch CDU-Fraktionschef Uwe Sachs – „ein Eckstein für die Attraktivität Pfaffenhausens“ – und SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhold Walz – „Die Ortsmitte hat sich durch die Dorfentwicklung bereits sehr gut entwickelt“ – schlossen sich dieser Auffassung an.

Uwe Sachs betonte allerdings, dass die Neugestaltung nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit in der Ortsmitte erfolgen dürfe: „Der Fahrzeugverkehr dürfte dort deutlich zunehmen, weil etwa Kunden des Kaufhauses über den Platz fahren müssten. Das wäre eine gefährliche Situation für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer.“ Für die CDU-Fraktion stellte Sachs deshalb einen Änderungsantrag, der vorsah, die geplante Neugestaltung noch einmal abschließend im zuständigen Haupt-, Bau- und Finanzausschuss zu beraten. Schon in der Vergangenheit seien aus Reihen der Gemeindevertreter ähnliche Bedenken geäußert worden. Diese seien bisher allerdings nicht in die aktualisierten Planungen eingeflossen.

Auch Reinhold Walz teilte diese Bedenken: „Es ist richtig, dass die Verkehrssituation problematisch werden könnte. Wenn auf dem Platz zwei Fahrzeuge gleichzeitig rangieren müssen, geht es dort ziemlich eng zu.“ Allerdings sei dieser Sachverhalt bereits in den Gremien diskutiert worden.

Nun sei es Aufgabe des Gemeindevorstands, dafür zu sorgen, dass auf dem künftigen Lindenplatz eine höhere Verkehrssicherheit erreicht werden könne: „Ich denke, das können wir vertrauensvoll in die Hände des Gemeindevorstands geben“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Bürgermeister Schreiber räumte ein, dass die Verkehrssituation nicht perfekt sei: „Wir wussten von Anfang an, dass es dort schwierig ist. Trotzdem war es gut, dass wir diese Schritte gegangen sind und die frühere Gaststätte gekauft haben, um die Entwicklung selbst in der Hand zu haben.“ Zudem sei der künftige Lindenplatz eine Sackgasse, die Zufahrt zur Seniorendependance werde durch eine Schranke geregelt: „Einen Durchgangsverkehr wird es dort also nicht geben“, betonte Schreiber.

Letztlich schlug der Rathauschef vor, den Beschlussvorschlag zu ergänzen, um die von allen beabsichtigte Verkehrssicherheit auch schriftlich festzuhalten. Demnach solle eine hohe Verkehrssicherheit dadurch erzielt werden, dass der Fahrbahnbereich farblich zum restlichen Lindenplatz abgesetzt werde. Die Fraktionen teilten diesen Vorschlag und stimmten letztlich einstimmig für die geplante Neugestaltung des Areals.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3

Schlagwörter: