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„Die Becken sind keine Staudämme“

„Vorbildliches Vorgehen“ der Feuerwehr / Unvernünftige Anwohner beschädigen wichtigen Schlauch

05 Feb 2021 / 16:23 Uhr
Langenselbold (tmb). Nach den jüngsten Hochwasserereignissen in Langenselbold gab es vor allem in den sozialen Netzwerken Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung und teilweise Kritik am Vorgehen von Stadt und Feuerwehr. Aus diesem Grund hatten Bürgermeister Timo Greuel und Erster Stadtrat Benjamin Schaaf zu einer Pressekonferenz eingeladen, um die dringendsten Fragen zu klären – aber auch, um den Aktiven der Feuerwehr zu danken, die am vergangenen Wochenende teils 24 Stunden ununterbrochen mit FFP2-Maske im Einsatz waren.

Dass die 2019 fertig gestellten Rückhaltebecken Hochwasser im Ortskern verhindern könnten, sei eine verbreitete Vorstellung, sagte Greuel. Tatsächlich ist dem nicht so, wie er gemeinsam mit Experten wie dem Betriebsleiter der Kläranlage, Manuel Weckel, Bauamtsleiter Thomas Wagner und Holger Christanz vom Ingenieurbüro Lotz erläuterte. „Die zwei Becken sind keine Staudämme, die das Wasser komplett zurückhalten; grundsätzlich gibt es immer eine Öffnung, durch die das Wasser ablaufen kann“, sagte Weckel. Erreiche zu viel Wasser den Damm, staue sich das Wasser dahinter an. Steige es bis an die Dammkrone, kann der Damm überströmt werden, ohne dass er zu brechen droht. Außerdem öffnen dann die Schieber automatisch.

In der Stadt kursiert das Gerücht, die Stadt habe die Dämme geöffnet, obwohl das Wasser noch nicht die erlaubte Höchstmarke erreicht habe. Dies bestritt Weckel. „Im Gegenteil: Wir haben uns nach einer Weile sogar dazu entschieden, die Schieber komplett zu schließen, um die Last zu senken.“ Allerdings sei in der Folge der Pegel in der Innenstadt nicht gesunken, sondern sogar gestiegen – was zeige, dass auch andere Effekte das Hochwasser beeinflussten.

Im zweiten Teil der Pressekonferenz gingen die Anwesenden auf die Arbeit der Feuerwehr ein. Greuel lobte den Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte, die von den Wehren der umliegenden Orte unterstützt wurden. „Ich bedaure, dass es Einige gibt, die das nicht sehen und falsche Vorwürfe in den Raum stellen.“ Konkret betonte Erster Stadtrat Schaaf, die Feuerwehr habe keinesfalls zu spät gehandelt.

Mehr: GNZ vom 6. Februar

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