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Herzensprojekt mit Kuschelmonster

Heike Rau und Barbara Schweitzer aus Langenselbold veröffentlichen Kinderbuch

25 Jan 2021 / 16:08 Uhr
Langenselbold (tmb). Ein „Herzensprojekt“ haben die Langenselbolderinnen Heike Rau und Barbara Schweitzer realisiert: Kurz vor Weihnachten ist ihr Kinderbuch „Trollo, das kleine Kuschelmonster. Wie Lotta die Angst vor dem Einschlafen verlor“ veröffentlicht worden.

Eigentlich wollte Heike Rau die Geschichte von Trollo nur für ihre Tochter Lotta aufschreiben. Sie hatte ihr vor dem Einschlafen immer von Trollo erzählt: wie das kleine Monster das Menschenmädchen Lotta kennenlernt und Lotta merkt, dass Monster gar nicht so schrecklich sind, wie sie gedacht hat.

„Und wie das so ist: Wenn man einmal eine Geschichte anders erzählt, kommt sofort: Nein, aber gestern hast du gesagt...“, erinnert sich Heike Rau. Die Idee, die kleine Erzählung zu verschriftlichen, gab es also schon eine Weile. Dann kam der Corona-Lockdown, und plötzlich hatte die Unternehmerin, die den Salzspielplatz „Nasefrei“ in Dreieich betreibt, plötzlich unfreiwillig jede Menge Zeit. Nachdem die Geschichte zu Papier gebracht war, suchte Heike Rau jemanden, der ihr ein kleines Monster dafür zeichnen könnte. Dass die Antwort auf diese Suche nur ein paar Häuser weiter wohnt, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Ja, wir sind Nachbarn – aber vor Trollo hatten wir nicht viel miteinander zu tun“, sagt Barbara Schweitzer. Sie ist Bürokauffrau, zeichnet aber schon seit einiger Zeit nebenher digital. So fertigt sie unter anderem Babydatenbilder an, veröffentlicht ihre Arbeiten auf Instagram unter dem Namen „tinkermina“. So wurde Heike Rau auf sie aufmerksam, bat sie, sich die Geschichte doch einmal anzusehen.

„Ich hatte direkt ein Bild im Kopf und habe schon am gleichen Abend die ersten Skizzen geschickt“, sagt Barbara Schweitzer. Sie entwickelte so viel Interesse für das Projekt, dass sie einen Online-Kurs für Bilderbuchgestaltung besuchte.

„Ich wusste sofort, dass das zwischen uns stimmt“, meint Heike Rau. Ebenso schnell war den beiden klar, dass aus dem kleinen, privaten Projekt etwas Größeres werden könnte. Die beiden Frauen setzten sich zusammen und besprachen die Gestaltung, die Textaufteilung und die Bildmotive.

„Ich weiß noch, dass Barbara sagte: Also, das ist ganz schön viel Arbeit – dafür brauche ich mehr als drei Wochen“, erinnert sich Heike Rau. Punktgenau drei Wochen später lieferte die Illustratorin die letzten Bilder ab.

„Es war wie eine Sucht – und als ich fertig war, wusste ich zuerst gar nicht, wie ich meine Abende ohne Trollo und Lotta verbringen sollte“, sagt Barbara Schweitzer, die mittlerweile ein Online-Studium Grafikdesign begonnen hat – Trollo hat ihr Lust darauf gemacht. Ihr Lieblingsmotiv ist das, in dem Lotta unter ihr Bett schaut und Trollo entdeckt. „Das war die größte Herausforderung für mich, denn ich musste erst mal herausfinden, wie ein Bett von unten aussieht und wie man es am besten darstellt.“

Heike Rau liebt das Cover-Motiv am meisten, das Lotta und Trollo kuschelnd zeigt. Lotta aus dem Buch sieht der echten Lotta übrigens gar nicht ähnlich. „Denn als ich anfing, zu zeichnen, kannte ich Heikes Tochter Lotta gar nicht“, sagt Barbara Schweitzer. Das findet die Autorin aber auch nicht schlimm – schließlich haben sich ihre geistigen Kinder Trollo und Lotta zu etwas völlig Eigenständigem entwickelt.

Autorin und Illustratorin beschlossen, das Buch im Selbstverlag bei „Books on demand“ zu veröffentlichen. Auf der Seite des Verlags ist das Buch bereits erhältlich, ebenso kann es bei den Verfasserinnen per Mail an kuschelmonster-trollo@web.de bestellt werden. Auch im Buchhandel ist es demnächst lieferbar – mit den beiden Langenselbolder Buchhandlungen wollen Yvonne Heike Rau und Barbara Schweitzer nach dem Lockdown in Kontakt treten. Dann soll das Buch auch im Salzspielplatz verkauft werden. Das Wichtigste war allerdings, dass Exemplare des Buche für ihre eigenen Kinder unter dem Weihnachtsbaum lagen.

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