SUCHE

„Verstecktes Leid kommt zu Tage“

Kunstaktion in Langenselbold erinnert an den Todesmarsch nach Hünfeld 1943

26 Feb 2020 / 15:37 Uhr
Langenselbold (tmb). Am 24. März 1945 wurden rund 350 Häftlinge aus dem KZ Adlerwerke (Deckname Katzbach) in Frankfurt auf einen Todesmarsch getrieben, der sie nach Hünfeld führen sollte. Sie durchquerten auch Langenselbold. Die Maintaler Künstlerin Ulrike Streck-Plath will am 29. März mit einer kollektiven Schweigeperformance, die vor dem Rathaus beginnt, an den 75. Jahrestag des Todesmarschs erinnern. Ein spannendes Vorhaben, gerade nach den Ereignissen in Hanau.

„Das Spannende an dieser Performance ist, dass man nie weiß, was passiert“, meint die Künstlerin, die zusammen mit dem ersten Stadtrat Timo Greuel, Verena Lenz (Amtsleiterin für Soziales, Familie und Kultur) und den Vertretern des Geschichtsvereins, Dr. Manfred Keil und Helmut Urban, zu einer Pressekonferenz geladen hatte. Die Kunstperformance war bereits lange vor den Vorfällen in Hanau geplant, sollte eigentlich sogar bereits vergangenes Jahr stattfinden und wurde dann terminbedingt verschoben. Ulrike Streck-Plath hat seit 2012 fast jedes Jahr eine solche Performance initiiert, immer an historischen Stationen des Todesmarsches – unter anderem in Maintal, Gelnhausen und Steinau. Sie stellt Figuren aus Stahl und grauem und braune Filz, mittlerweile sind es 45 Stück, auf der Route auf, die von den Teilnehmern und Zuschauern die Straße entlang bewegt werden. Gespenstisch sehen die Gestalten aus, die statt einem Gesicht ein T auf dem Kopf tragen. T ist der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet und steht für „Mensch“ und „Leben“, symbolisiert gleichzeitig das christliche Kreuz.

Mehr: GNZ vom 27. Februar

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4