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Wachsleichen auf dem Friedhof

Erinnerungsstätte für Sternenkinder verzögert sich

08 Dez 2020 / 17:24 Uhr
Langenselbold (tmb). Als „Sternenkinder“ werden Kinder bezeichnet, die vor, während oder bald nach der Geburt verstorben sind. Bürgermeister Timo Greuel ging im Rahmen von entsprechenden Anfragen von CDU und FDP in der jüngsten Sitzung des Langenselbolder Stadtparlaments auf dieses Thema ein. „Bereits am 18. März 2020 sollte im Haupt- und Finanzausschuss die neue Friedhofssatzung behandelt werden. Aus Gründen der Pandemie wurde die Tagesordnung auf die notwendigsten Tagesordnungspunkte reduziert, was zur Folge hatte, dass der Tagesordnungspunkt Friedhof von der Tagesordnung genommen wurde“, erläuterte Greuel. „Im Nachhinein erwies sich dies als richtig und der Sache zuträglich, da der mittlerweile mit der Firma Weiher erfolgte Strategietag am 16. Juli neue Erkenntnisse und Sichtweisen zu Tage förderte.“

Die Firma Weiher hatte zu bedenken gegeben, dass der aktuell für die Erinnerungsstätte für Sternenkinder gewählte Standort zu hinterfragen sei, da an anderer Stelle – nämlich am Friedhof Rödelberg in unmittelbarer Nähe zu den Kindergräbern – „ein weiterer und aus fachlicher Sicht geeigneterer Standort zur Verfügung steht“. Auch sei diskutiert worden, ob eine Umgestaltung des Friedhofs Jahnstraße in eine parkähnliche Anlage „langfristig nicht doch die geeignetere Nutzung für dieses Areal darstellen würde“. Als Grund nannte Greuel den Lehmboden, der den Verwesungsprozess deutlich erschwere, sodass – wie in der Vergangenheit bereits geschehen – bei Einebnung der Grabstätten sogenannte Wachsleichen zu Tage gefördert werden. „Dies hat mit einer würdevollen Bestattung nicht mehr viel gemein.“ Wachsleichen sind Tote, die durch Umgebungsbedingungen nicht oder nicht vollständig verwesen, wie es innerhalb der Ruhezeit erwartet wird.

Mehr: GNZ vom 9. Dezember.

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