SUCHE

Ehrenamtliche würdigen, aber wie?

CDU-Antrag für verbilligten Holzkauf führt zu Grundsatzdiskussion im Parlament

20 Feb 2019 / 22:25 Uhr
Linsengericht (pfz). Brennholz hat am Dienstagabend das Diskussions-Feuer der Linsengerichter Gemeindevertreter in der Zehntscheune Altenhaßlau lodern lassen. Was mit einem CDU-Antrag zum verbilligten Holzkauf für Ehrenamtliche begann, entwickelte sich zu einer Grundsatzdebatte über die Würdigung bürgerlichen Engagements.

Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Verwaltung sowie die Mitglieder des Gemeindevorstands dürfen verbilligt eine gewisse Menge Brennholz pro Jahr aus dem Gerichtswald kaufen. Die CDU wollte mit ihrem Antrag diesen „sehr eingeschränkten Personenkreis zur allgemeinen Würdigung und Stärkung des Ehrenamts“ ausweiten. Zudem forderten die Christdemokraten, dass der Sozialausschuss genau definieren möge, wer bezugsberechtigt für die ermäßigten Preise sei.

Wie Jörg Kildau (CDU) ausführte, sei jeder Dritte in der Bundesrepublik ehrenamtlich tätig. Auf kommunaler Ebene seien dies besonders die Verantwortlichen in den Sport- und Kultur treibenden Vereinen, die aktiven Feuerwehrleute, aber auch Integrationshelfer, Schöffen, Schiedsleute und viele mehr. Diese „halten die Gemeinschaft zusammen“, sagte Kildau. Mit dem verbilligten Holzkauf solle „ein kleiner Beitrag zur Würdigung des Ehrenamts“ geschaffen werden. Und vielleicht ermutige dies weitere Bürger, sich aktiv einzusetzen und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Das Vorhaben könne ein „Leuchtturmprojekt“ werden, das über die Gemeindegrenzen seine Strahlkraft entwickle.

SPD-Fraktionschef Bernd Gerhold zeigte sich fassungslos ob des „unkonkreten CDU-Antrags“. In Richtung der Christdemokraten polterte er: „Ihr schreibt in drei Minuten einen Antrag, und wir müssen uns dann überlegen, wie wir das wieder hinbiegen können.“ Zurzeit gebe es in der Gemeinde 74 Vereine mit über 6300 Mitgliedern. In der Regel, so Gerhold, arbeiten dort mindestens ein Vorsitzender, ein Stellvertreter, ein Kassierer und ein Schriftführer ehrenamtlich. „Das sind schon mal knapp 300 Personen, dazu kommen die rund 160 aktiven Feuerwehrleute. Und schon bewegen wir uns auf die 500er-Marke zu.“

Mehr dazu in der GNZ vom 21. Februar.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4