SUCHE

Hoffnung keimt nur kurz auf

Sommerferienregelung in den Kitas: Der Gemeindevorstand bleibt bei seinem Beschluss.
Die Elternbeiräte sind verärgert: „In Linsengericht zählen Familienstimmen nicht ausreichend.“

22 nov 2021 / 16:44 Uhr
Linsengericht (pfz/re). Nach Protesten der Eltern gegen die Sommerferienregelung in den Linsengerichter Kitas für 2022 hat sich der Gemeindevorstand erneut mit dem Thema befasst – und lässt vorerst alles beim Alten. Sehr zum Ärger der Eltern, die ihr Unverständnis für diese Entscheidung ausdrücken.

Wie die GNZ bereits berichtete, werden die Einrichtungen in den Wochen drei, vier und fünf der Sommerferien geschlossen. Die Betreuung der Geisbergschule schließt derweil die ersten drei Wochen. Für die Eltern in allen Ortsteilen außer Altenhaßlau gilt somit, fünf Wochen Sommerferien zu überbrücken, wenn ein Kind die Kindertagesstätte und eins die Geisbergschule besucht. Die Elternbeiräte haben diese Entscheidung des Gemeindevorstandes scharf kritisiert, Unmut und Unzufriedenheit sind groß bei den betroffenen Familien.

Dabei schien es kurz, als könnte es doch noch ein Umdenken bei den Entscheidungsträgern geben. Nach einem Schreiben der Elternbeiräte, dem Bericht in der GNZ und dem Einreichen von 167 Unterschriften durch die Elterninitiative, die Widerspruch gegen den gefassten Beschluss einlegte, bewegte sich etwas. In einer Mail informierte Bürgermeister Albert Ungermann (SPD) die Elternbeiräte darüber, dass sich der Gemeindevorstand erneut mit dem Thema befassen werde.

Hoffnung keimte auf, dass die Stimmen gehört werden und der Forderung der Eltern und der Bitte des Elternbeirates, die geplante Schließung für die Kitas in Eidengesäß, Geislitz und Großenhausen/Lützelhausen auf die erste, zweite und dritte Ferienwoche anzupassen, nachgegeben wird. Allerdings herrscht nach der Sitzung des Gemeindevorstands Ernüchternung bei den Eltern. Der alte Beschluss hat weiterhin Bestand. Das hat der Erste Beigeordnete Helmut Bluhm den Elternbeiräten per E-Mail mitgeteilt. Die Mail liegt der Redaktion vor.

„In Linsengericht zählen die Familienstimmen nicht ausreichend“, konstatieren die Eltern nun in einer Mitteilung. In der Begründung der Entscheidung wird mitunter geschrieben: „Den Beschluss zu ändern hätte auch Auswirkungen auf bereits gebuchte Urlaube und genehmigte Erholungsurlaube von Arbeitgebern gehabt, wo wir wieder einer anderen Gruppe von Eltern und Betroffenen die Planungssicherheit entziehen und diese erzürnen würden.“ Die Elterninitiative sieht das jedoch anders. Sie schreibt: „Die Eltern hätten ein Einlenken mehr als begrüßt. Mehrheitlich.“ Weiter heißt es in der Begründung des Ersten Beigeordneten Bluhm: „Für 2022 wird die unglückliche Situation mit den Schließungszeiten der Kindertagesstätten der Gemeinde auch dadurch abgefedert, dass betroffene Eltern mit Kindern in der Geisbergschule die Ferienspiele der Gemeinde und der evangelischen Kirche nutzen können, die in der ersten und zweiten Ferienwoche stattfinden.“

Nach Ansicht der betroffenen Eltern bleibt zu hoffen, dass genügend Plätze für alle Kinder vorgehalten werden, die diese Angebote in Anspruch nehmen möchten. Doch auch das löse das Problem der Eltern nicht, die sich die Ferienzeit mit Kollegen teilen müssten und schlichtweg in der dritten Ferienwoche keinen Urlaub nehmen könnten, wenn sie in Woche vier und fünf zu Hause bleiben müssen. „Ob und wie die Gemeinde hier eine Bedarfsbetreuung anbietet, um diese Familien zu unterstützen, dazu Fehlen bis heute noch immer verbindliche Informationen und Aussagen“, bedauern die Elternbeiräte. Diese Infos würden benötigt, um Urlaub beantragen respektive buchen zu können.

Der Elternbeirat hatte dazu bereits am 3. November schriftlich um ein verbindliches Konzept bis spätestens 15. November gebeten. „In den Sitzungen im September war bereits klar, dass ein Konzept stehen muss mit Bekanntmachung der neuen Sommerferienregelung. Dieses wurde uns auch mehrfach zugesagt,“ berichten die Elternbeiräte. Doch anstelle das Konzept zu erhalten, habe der Bürgermeister in seiner Antwort-Mail Anfang November um Geduld gebeten, da die Ausarbeitung noch mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.

Da alle Kitas zeitgleich schließen, bleibe laut der Elterninitiative eigentlich nur eine Bedarfsbetreuung in der Kita „Regenbogenland“, deren Träger das Behinderten-Werk Main-Kinzig ist. Ob diese Regelung dann pädagogisch die beste Lösung für die kleinen Einwohner Linsengerichts sein wird, davon sind die Elternbeiräte nicht überzeugt.

„Der Gemeindevorstand hatte die Möglichkeit, zu zeigen, dass er den Wunsch der betroffenen Bürger wahrgenommen hat und diesen auch ernst nimmt. Stattdessen stößt er vielen Familien damit vor den Kopf und belastet diese mit der Entscheidung. Das ist weder nachvollziehbar noch ist es familienfreundlich oder bürgernah“, so die Elternbeiräte, die hoffen, dass die avisierten Gespräche im Frühjahr anders verlaufen und dann eine dauerhafte Regelung der Sommerferienschließzeiten in Linsengericht beschlossen wird, „die den Familien hilft und zeitgemäß ist“. Dafür werden sich die Elternbeiräte laut eigenem Bekunden einsetzen und den Gemeindevorstand beim Wort nehmen: „Denn es muss eine Regelung erarbeitet werden, die für alle Ortsteile passend ist.“

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: