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Wider die Eintönigkeit

Der Altenhaßlauer Wahlberliner Konrad Janz will mit der Band „Poststelle 308“ durchstarten

12 Jan 2021 / 11:16 Uhr
Linsengericht-Altenhaßlau (pfz). Konrad Janz hat Heizungsbau gelernt, sein Fachabitur in Maschinenbau gemacht. Sein Traum ist aber, mit seiner Musik durchzustarten. Deshalb zog es den Altenhaßlauer, der in der Mühlenstraße aufgewachsen ist, bereits 2010 nach Berlin. Anfang des „verflixten Jahres“ 2020 gründete der 33-Jährige mit drei weiteren Wahlberlinern die Band „Poststelle 308“. Inspiriert unter anderem von Rio Reiser und „Ton Steine Scherben“ wollen die Jungs die häufig eintönige deutsche Poplandschaft bereichern.

Konrad Janz eignete sich erste musikalische Fähigkeiten mit Klavierunterricht an. Sein älterer Bruder bastelte sich zudem Beats für seine eigenen Rap-Stücke, was Konrad darüberhinaus anspornte, selbst Musik zu machen. Mit anderen Jungs gründete er dann eine Hiphop-Kombo namens „Konstant Records“. Und so kam auch der Kontakt zu Philip Parzonka aus Langenselbold zustande. Es entstand eine enge Freundschaft, beide zogen sogar gemeinsam nach Berlin und spielen heute bei „Poststelle 308“.

Konrad Janz absolvierte in der Hauptstadt an der Akademie Deutsche Pop eine Ausbildung in Musikkomposition und Tontechnik. „Ich bin nach Berlin gegangen, da es mich zur Musik gezogen hat und ich nicht den Betrieb meines Vaters übernehmen und auch nicht Maschinenbau oder Ähnliches studieren wollte“, erklärt der Wahlberliner. Ab und an ist er aber noch für ein bis zwei Wochen in der Heimat, um im Betrieb zu arbeiten. „Es ist nicht einfach, mit der Musik ausreichend Geld zu verdienen. Sozusagen ist das Handwerk gerade noch mein Nebenjob, bis es mit der Musik funktioniert.“ Seit seiner Ausbildung an der Akademie Deutsche Pop lebt Konrad Janz seine Vision professionell in unterschiedlichen Konstellationen aus: Neben Produktionen für die Rap-Acts Sadi Gent und Chakuza, produzierte er für Werbung, um sich – neben der Tätigkeit als Anlagenmechaniker im Altenhaßlauer Heizungsbaubetrieb – über Wasser zu halten. Sein Projekt „MOM“, ein Electropop-Duo mit einem befreundeten Sänger, brachte ihn in den vergangenen Jahren mit zwei Platten auf die Bühne. Schon in dieser Zeit lernte er schließlich die weiteren Bandmitglieder Julian Hellenbrand (Gesang, Gitarre, Bass) und Philipp Schroth (Gitarre, Bass) kennen, die aus dem Schwarzwald nach Berlin gezogen waren, und stieß in deren Keller zu Jam-Sessions hinzu. Zwei, drei Jahre und zig Beschwerden der Nachbarn später zogen Konrad Janz (Tasteninstrumente, Gitarre) und Philip Parzonka (Schlagzeug) dann mit ihnen in die ehemalige Poststelle des „Rockhaus Lichtenberg“.

Daher kommt auch der Name der Band. Drei Songs hat die Gruppe bislang veröffentlicht, erst jüngst zu Weihnachten den Titel „Feiertag (Krautsalat)“, der so gar nicht kitschig daherkommt, sondern mit kreativem Text und einer Botschaft. Weil eben in allen Familien nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, und schon gar nicht an den Feiertagen. Aber: „Alle daheim, so wirds irgendwann nicht mehr sein, also feiern wir die Zeit, die uns noch bleibt“, heißt es in dem Lied.

Bislang wird bei „Poststelle 308“ noch alles in Eigenregie gemacht: „Wir nehmen die Songs in meinem Studio im Probenraum auf. Ich bin unausgesprochen als Produzent bei uns tätig. Das heißt, ich kümmere mich um die Aufnahmesessions, um den Sound und um den anschließenden Mix der Songs. Wir drehen unsere Videos selbst und kümmern uns auch um das Artwork sowie das Marketing“, erklärt Konrad Janz. Es ist geplant, im März eine EP zu veröffentlichen. Und dann wollen sie ihre Songs auch endlich live spielen: „Hoffentlich geht es auch für uns ab Sommer auf die Bühne, was bislang noch nicht möglich war.“

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