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Ausgangssperre bleibt nur in Hanau

Aufhebung für restlichen Kreis gilt ab Donnerstagabend

06 Jan 2021 / 18:40 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Der Main-Kinzig-Kreis hebt ab dem morgigen Donnerstagabend die nächtliche Ausgangssperre für nahezu alle Bürger wieder auf – ausgenommen ist allerdings die Stadt Hanau. „Dass auch wir nun die derzeitige Ausgangssperre als Landkreis aufheben, ist aus unserer Sicht kein Zeichen der Entspannung, aber wir folgen damit dem Eskalationskonzept der Landesregierung“, erklärten Landrat Thorsten Stolz, Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann gestern Abend in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Wir sind in einer weiterhin angespannten Situation“, betonen sie gleichzeitig.

„Das Ziel ist klar: nicht notwendige Kontakte reduzieren und durch Eigenverantwortung, Rücksichtnahme und Achtsamkeit einen aktiven Beitrag gegen die Verbreitung des Coronavirus im privaten Umfeld zu leisten. Nur so kann einer weiteren Belastung des Pflege- und Gesundheitssystems entgegengewirkt werden“, teilt die Kreisspitze weiter mit.

Dort habe sich die allgemeine Lage weiterhin nicht entspannt. „Die Krankenhäuser arbeiten seit vielen Wochen hart an der Belastungsgrenze und auch die Situation in den stationären Pflegeeinrichtungen ist nach wie vor von großer Anstrengung geprägt, Neuinfektionen in den Heimen zu verhindern“, erläutern Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Der Verwaltungsstab des Kreises hatte am Mittwochmorgen sehr intensiv unter anderem mit den Fachleuten aus dem Gesundheitsamt und den Krankenhäusern über das weitere Vorgehen beraten und sich ausführlich mit der Zahl der Neuinfektionen insbesondere am vergangenen Montag und Dienstag befasst.

Für die Stadt Hanau hält der Main-Kinzig-Kreis weiterhin an einer Ausgangssperre fest. Die Beurteilung des Infektionsgeschehens im Kreisgebiet kann aus Sicht der Kreisspitze „nicht einheitlich ausfallen, weil wir kleinere Kommunen mit hohen Werten über 200 haben, wo wir zumindest momentan die Quellen und Ansteckungswege weitgehend zuordnen können“. Dies sei zum Beispiel in den Kommunen Birstein, Sinntal, Jossgrund, Niederdorfelden, Langenselbold und Großkrotzenburg der Fall.

„Den höchsten Sieben-Tages-Inzidenzwert weist Großkrotzenburg mit einem Wert von 373 auf. In der vergleichsweise kleinen Kommune sind in den vergangenen Tagen bei einzelnen, aber überwiegend eingrenzbaren Ausbrüchen viele Neuinfizierte gemeldet worden. Darin liegt der bedeutende Unterschied, die Einschränkungen nicht auch in den weiteren Kommunen wie Großkrotzenburg fortzusetzen“, erläutert die Kreisspitze.

Anders sehe es hingegen in Hanau aus. Die Stadt mit ihren rund 100 000 Einwohnern weist einen Sieben-Tages-Inzidenzwert von aktuell 214 aus, für das restliche Kreisgebiet ohne Hanau liegt der Wert bei 148, insgesamt liegt der Main-Kinzig-Kreis aktuell bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von 163.

Viele Neuinfektionen in Hanau alleine im neuen Jahr seien derzeit nicht klar zuzuordnen. Das Infektionsgeschehen ist aus der Sicht des Gesundheitsamts weiterhin diffus, zudem sind eine Reihe von Ausbrüchen in stationären Einrichtungen zu verzeichnen. „Nicht nur in Hanau, sondern im gesamten Kreis ist es derzeit völlig offen, wie sich die Infektionszahlen entwickeln werden. Wie schon in der gesamten Pandemie sehen wir mit den heutigen Zahlen das Geschehen von vor zehn bis 14 Tagen und noch nicht die möglichen Auswirkungen der Feiertage“, mahnen die Verantwortlichen weiter.

Landrat Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Simmler und Oberbürgermeister Claus Kaminsky haben gestern in einer längeren Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen beraten. „Der Main-Kinzig-Kreis hat immer klargemacht, dass wir den Vorgaben der Landesregierung folgen und die Einschränkungen für die Menschen so gering wie irgend möglich halten. Das gilt, auch wenn wir weiterhin die Infektionszahlen für nicht gänzlich belastbar halten“, erklärte Stolz.

„In Hanau haben wir aber nochmal eine besondere Situation, weil hier in der größten Stadt im Kreis die Inzidenz noch deutlich über 200 liegt und das mit ganz wenigen Ausnahmen auch in den letzten Tagen der Fall gewesen ist. Dieser Wert, die fachliche Einschätzung des Geschehens und die zentralörtliche Funktion von Hanau bringt die Notwendigkeit mit sich, die Maßnahmen weiterhin aufrecht zu erhalten, sonst laufen wir Gefahr, im Hanauer Umland ebenfalls wieder verschärfte Infektionslagen zu sehen“, sind sich Stolz, Kaminsky und Simmler einig.

Mehr in der GNZ vom Donnerstag, 7. Januar.

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