SUCHE

Bäume umgestürzt, Strom ausgefallen

120 Notrufe in der Nacht zum Montag / Straßen gesperrt

10 Feb 2020 / 16:15 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re/wel). Die Bilanz nach dem Sturm in der Nacht zum Montag listet für den Main-Kinzig-Kreis rund 120 Notrufe aufgrund von umgestürzten Bäumen oder anderen Schäden auf. Personen sind offenbar nicht zu Schaden gekommen. Zwar wurden mehrere Fahrzeuge wegen Hindernissen auf der Straße an der Weiterfahrt gehindert, zu Unfällen kam es aber nicht. In einigen Kommunen fiel der Strom für längere Zeit aus.

Um nach dem Orkan „Sabine“ die Straßen wieder freizubekommen, waren die Freiwilligen Feuerwehren sowie die Beschäftigten der Straßenmeistereien aus Sterbfritz, Wächtersbach und Bruchköbel im gesamten Kreisgebiet unterwegs. Insgesamt wurden rund 60 umgestürzte Bäume allein auf den Kreis- und Landesstraßen gemeldet. Hier leistete vor allem die Bereitschaft der Streudienste wertvolle Unterstützung. Um die innörtlichen Einsätze kümmerten sich zudem überwiegend die Feuerwehren. Besonders betroffen waren zwischen 2 und 4 Uhr die höheren Lagen im Vogelsberg rund um Wittgenborn sowie die Kommunen im Spessart.

Ohnehin war das Personal nach der Sturmwarnung in vielen Bereichen aufgestockt worden. Die Zentrale Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises im Gefahrenabwehrzentrum in Gelnhausen hatte ebenfalls zusätzliche Kräfte im Einsatz. Hier hatte sich auch Landrat Thorsten Stolz am Sonntagnachmittag mit Kreisbrandinspektor Markus Busanni ein Bild von der Lage gemacht und die möglichen Auswirkungen beraten. So blieben in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt am Montag alle Schulen im Main-Kinzig-Kreis zwischen Maintal und Sinntal offiziell geschlossen.

Ab 1 Uhr nachts kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung in weiten Teilen von Biebergemünd und Birstein sowie in Großenhausen, Geislitz und Waldrode. Vielerorts waren Bäume umgestürzt und in mehrere Freileitungen gefallen. Das Einsatzteam der Kreiswerke Main-Kinzig hatte umgehend diverse Strom-Umschaltungen vorgenommen, sodass um 3.15 Uhr die Haushalte der betroffenen Ortsteile wieder am Netz waren. Einzelne Häuser sowie einige Weiler und Aussiedlerhöfe waren auch gestern Morgen noch ohne Strom. Diese Höfe sind zum großen Teil nicht am Strom-Ringnetz angeschlossen, weshalb keine Umschaltungen möglich waren. Hier wurden im Lauf des Montags die notwendigen Reparaturen vorgenommen.

Im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad stürzte neben kleineren und mittleren Bäumen eine ortsprägende alte Blutbuche hinter den Kurgebäuden um. Sie sollte demnächst eingekürzt werden.

Die Landstraße 3178 zwischen Hausen und Merneser Heiligen sowie der Landstraße 3179 zwischen Alsberg und Merneser Heiligen musste aufgrund einiger umgestürzter Bäume gesperrt werden. Dort waren die Feuerwehren Mernes und Salmünster um 4 Uhr im Einsatz, um zwei eingeschlossene Lkw-Fahrer zu befreien.

Gesperrt werden mussten auch die Landstraße 3268 zwischen Hof Trages und Rodenbach, die Landstraße 3269 zwischen Horbach und Geiselbach, die Bundesstraße 276 zwischen Brachttal und Birstein, die Straßen rund um Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald sowie die Straße zwischen Eidengesäß und Breitenborn.

Bereits am Sonntagabend musste kurz vor 21 Uhr die Bahnlinie des „Stockheimer Lieschens“ wegen umgestürzter Bäume bei Niederdorfelden gesperrt werden. Der Regionalverkehr zwischen Fulda und Frankfurt fiel am frühen Montagmorgen komplett aus. Erst gegen 7.30 Uhr fuhren die ersten Bahnen.

Die Feuerwehr Eidengesäß wurde heute Morgen um 8.15 Uhr zur Sporthalle der Geisbergschule gerufen. Dort war ein etwa 40 Quadratmeter großes Teil des Wellblechdachs abgedeckt werden, und weitere Teile drohten, herunterzustürzen. Die Feuerwehr sicherte ab. Die Schule bleibt am Dienstag wegen weiterer Arbeiten als einzige im Kreis geschlossen.

Das große Aufräumen wurde gestern im gesamten Main-Kinzig-Kreis fortgesetzt, wobei die Einsatzkräfte auch auf die eigene Sicherheit achten mussten. In einigen Fällen wurden Fachleute von Hessen-Forst hinzugezogen, um die jeweilige Situation zu beurteilen. Es ist weiterhin mit Beeinträchtigungen zu rechnen, und auch vor dem Betreten der Wälder wird ausdrücklich gewarnt. Laut Auskunft der Fachleute können bereits geschwächte Bäume umstürzen oder größere Äste herabfallen. Das Forstamt Hanau-Wolfgan schätzte die Schäden auf etwa 1.000 bis 1.500 Bäume, verteilt über den gesamten Forstamtsbereich. Der Wildpark Alte Fasanerie in Klein-Auheim wird auch am Dienstag geschlossen sein.

Mit Blick auf die große Zahl der Einsätze dankte Thorsten Stolz heute den vielen Helfern. „Es ist immer ein großer Kraftakt, der gerade von den freiwilligen Kräften geleistet wird“, sagte der Landrat. Im Namen des Kreisausschusses und der Unteren Katastrophenschutzbehörde dankte er allen beteiligten Personen für den professionellen Einsatz unter schwierigen Bedingungen.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4