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Bienenfutter aus dem Kaugummi-Automaten

Hanauer Baugesellschaft engagiert sich im lokalen Artenschutz

04. August 2022 / 11:48 Uhr
Hanau (re). Bienen und andere Insekten finden in Städten oft nicht genug Nahrung. Die Folge ist, dass immer mehr Arten vom Aussterben bedroht sind. Die Baugesellschaft Hanau GmbH bietet nun Bienenfutter an, das man sich ganz einfach aus umgebauten Kaugummi-Automaten „ziehen“ kann – für 50 Cent pro Portion.

Der erste Bienenfutterautomat hängt am Stadtteil-Café der Südlichter e. V. in der Gärtnerstraße 9 a. Ein zweiter wird in zwei Wochen am Verwaltungsgebäude der Baugesellschaft Hanau, die mit 4200 Wohnungen zu den größten Wohnungsbaugesellschaften im Rhein-Main-Gebiet zählt, in der Heinrich-Bott-Straße 1 angebracht. Beide Automaten sind fußläufig in wenigen Minuten vom Hanauer Marktplatz aus zu erreichen. Ziel ist, die Nahrungsvielfalt für Insekten in der Stadt zu verbessern und auf den Schutz lokaler biologischer Vielfalt aufmerksam zu machen und dadurch lokal Artenschutz zu fördern.

Die Idee, alte Kaugummiautomaten einer neuen Verwendung zuzuführen, ist Teil der Aktion „Lass deinen Ort aufblühen!“. Das Nachhaltigkeitsprojekt Bienenretter startete das Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung. Der Dortmunder Erfinder Sebastian Everding arbeitet die nostalgischen Automaten auf und rettet sie so vor der Schrottpresse. „Damit versuche ich, etwas ökologisch Sinnvolles zu machen“, erzählt Everding.

Das Prinzip der Automaten ist einfach: Für 50 Cent bekommt man eine Kapsel. Darin eine Anleitung, wie die Blühsamen anzuwenden sind: Einfach zuhause aussäen. Die Blühmischungen sind regionale Wildblumensamen, zusammengestellt von der Bienenretter-Manufaktur. „Ein Teil des Erlöses wird zudem für die Nachhaltigkeitsbildung gespendet“, erklärt der Projektleiter von Bienenretter, Christian Bourgeois. Neben den gelben Automaten hängt jeweils eine Rückgabe-Box für leere Kapseln, so können diese wieder neu befüllt werden. „Aufgrund der rohen Automatenmechanik der 1950er bis 1980er Jahre ist noch kein Kunststoffersatz für die Kapseln gefunden. Aber das Mehrwegsystem funktioniert bisher sehr gut“, freut sich Bourgeois.

„Wir freuen uns sehr, damit einen Beitrag für unsere biologische Vielfalt leisten zu können“, betont Mirja Dorny, Geschäftsführerin der Baugesellschaft Hanau. „Neben unserem Hanau-Summt-Projekt, bei dem wir zahlreiche Grünflächen mit Insektennistkästen versehen und durch regionale Wildblumensamen aufgewertet haben, bieten die Bienenfutterautomaten eine gute Möglichkeit für jeden, regionale Wildblumensamen für zuhause mitzunehmen.“

Bienenfutterautomaten gibt es seit 2020. Seit Start wurden bundesweit etwa 250 angebracht. „Es wäre schön, wenn die Menschen in Hanau durch die Aktion zusätzlich angeregt würden, etwas für Bienen und Co. auf dem eigenen Balkon oder im Garten zu tun. So wird unsere Stadt bunter für alle“, betont Dorny.

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