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CDU Main-Kinzig vor der Zerreißprobe

Litzinger tritt gegen Leikert an – und verhärtet damit die Fronten

14 Feb 2020 / 19:02 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (wel). Zu behaupten, dass es in der CDU-Main-Kinzig knirscht, wäre die Untertreibung des Jahres. Es kracht, und zwar gewaltig. Vor dem Parteitag der Christdemokraten am 20. März in Nidder-au, auf dem eine neue Parteispitze gewählt wird, sind die Fronten verhärtet. Spätestens seit der Ankündigung des Gelnhäuser Vorsitzenden Christian Litzinger, sich um den Kreisvorsitz zu bewerben, haben sich zwei Lager herauskristallisiert. Michael Reul, Fraktionschef der CDU im Kreistag, soll Litzinger als Bewerber initiiert haben und damit jenen Teil der Partei anführen, der Dr. Katja Leikert nicht mehr als Kreisvorsitzende haben möchte. So ist es aus Parteikreisen übereinstimmend zu hören. Angeblich, so der Vorwurf, habe sich Leikert von der Basis entfernt und sei nicht in der Lage, die großen Herausforderungen der Partei zu meistern.

Nicht zuletzt die jüngsten Bürgermeisterwahlen haben das Dilemma der CDU untermauert. Mit der Wahl von SPD-Mann Timo Greuel in Langenselbold haben die Christdemokraten den letzten Chefsessel in den Rathäusern des Main-Kinzig-Kreises verloren. Unfassbar eigentlich, wenn man bedenkt, dass die CDU mit Peter Tauber und Katja Leikert sowie Michael Reul, Heiko Kasseckert und Max Schad gleich zwei Bundestags- und drei Landtagsabgeordnete stellt.

Kritiker innerhalb der Partei machen Katja Leikert zumindest mitverantwortlich für die Misere. Die Parteivorsitzende kümmere sich zu viel um ihre Arbeit in Berlin. Außerdem sei ihr Engagement für die Frauen-Union erheblich größer als das für den CDU-Kreisverband. Auch ihr wiederholtes Drängen auf die Einhaltung von Frauenquoten in der Partei stößt ihren Gegnern sauer auf, ist zu hören. Inwiefern vor allem die zum Teil desaströsen Ergebnisse bei den Bürgermeisterwahlen tatsächlich der Kreisvorsitzenden vorzuwerfen sind, bleibt jedoch offen. Fakt ist, dass es den Bewerbern jeweils ganz offensichtlich am nötigen Profil gefehlt hat – zumindest aus Sicht der Wähler.

Was die handelnden Akteure und führende CDU-Politiker im Main-Kinzig-Kreis über die angespannte Situation sagen, lesen Sie am Samstag auf einer Sonderseite in der GNZ.

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