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Corona-Ausbruch im Altenheim

Zahlreiche Fälle in Rodenbach überschneiden sich mit Impfterminen

16 Feb 2021 / 17:55 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises hat für Montag 58 laborbestätigte Neuinfektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus und zwei weitere Todesfälle aus Langenselbold und Rodenbach gemeldet. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für den Main-Kinzig-Kreis steigt von 75 am Vortag auf jetzt 82. „Die Schwankungen rühren unter anderem von zwei Ausbruchsgeschehen in der Pflege in Rodenbach her. Von insgesamt 32 Fällen in den vergangenen sieben Tagen gehen zwölf Rodenbacher Fälle auf einen Ausbruch in einer stationären Pflegeeinrichtung zurück“, erläutert Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Im Altenzentrum Rodenbach wurden im Rahmen der Ausbruchsuntersuchung zehn Bewohner und fünf Mitarbeiter aktuell positiv getestet. Bei weiteren getesteten Personen stehen die Ergebnisse noch aus. Das Gesundheitsamt hat gemeinsam mit der Einrichtung alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Das Ausbruchsgeschehen überschneidet sich mit den Impfterminen im Altenzentrum. Teilweise waren bereits Erst- und auch Zweitimpfungen bei den positiv getesteten Personen erfolgt. „Die Frage, wie schnell und umfassend die Impfungen vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen, ist medizinisch noch nicht abschließend geklärt“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Siegfried Giernat. „Erste Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass bei Personen, die eine erste und zweite Impfung erhalten haben, dann keine schweren Krankheitsverläufe auftreten. Ob geimpfte Menschen in der Lage sind, das Virus an andere weiterzugeben, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht. Dazu fehlen noch belastbare Daten.“

Deshalb sei es umso wichtiger, dass weiterhin alle Hygiene- und Abstandsregelungen beibehalten würden, auch wenn das bedeute, dass Angehörige von Pflegeheimbewohnern sich weiterhin vor einem Besuch in der Einrichtung einem Schnelltest unterziehen müssten.

Das Infektionsgeschehen im Main-Kinzig-Kreis sei zuletzt rückläufig gewesen, sagt Dezernentin Simmler. Zur Beurteilung der Lage sei der Blick auf den Inzidenzwert des Kreises oder auch einzelner Kommunen alleine jedoch nicht ausreichend. Ein weiterer wichtiger Indikator sei auch die Situation in den vier Krankenhäusern in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. „Dort haben wir im Augenblick relativ konstant bleibende Belegungszahlen auf den Covid-Stationen, vor einigen Wochen war die Lage hier deutlich angespannter.“ Damit das nicht leichtfertig verspielt wird, fordert Simmler dazu auf, nicht nachzulassen im Bemühen, alle nicht notwendigen Kontakte zu vermeiden und strikt auf die Hygiene- und Abstandsregeln zu achten.

Nachdem sechs Coronavirus-Fälle nachträglich in die Statistik aufgenommen worden sind, liegt die Gesamtzahl der Personen im Main-Kinzig-Kreis, die sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, bei 14 170 Personen. Als infektiös eingestuft werden 710 Personen, 13 043 haben die akute Virusinfektion überstanden. Im Zusammenhang mit Covid-19 sind 417 Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis gestorben. In den heimischen Krankenhäusern werden aktuell im Zusammenhang mit Covid-19 insgesamt 79 Patienten medizinisch versorgt, darunter 73 mit Wohnort im Kreisgebiet. Auf der Intensivstation liegen 16 Patienten, auf ein Beatmungsgerät sind acht Menschen angewiesen.

Die von den 58 Neuinfektionen betroffenen Menschen wohnen in Hanau (15), Erlensee (7), Maintal (5); Bruchköbel (4), Hammersbach (3), Langenselbold (3), Bad Soden-Salmünster (2), Gelnhausen (2), Großkrotzenburg (2), Wächtersbach (2), Gründau (2), Rodenbach (2), Bad Orb, Birstein, Brachttal, Flörsbachtal, Linsengericht und Steinau. Drei Fälle wurden noch nicht zugeordnet.

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