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Corona-Betrüger zocken Rentner ab

Täter nutzen die Angst vor dem Virus skrupellos aus

13 Apr 2021 / 16:44 Uhr
Main-Kinzig-Kreis/Offenbach (re). Die Angst vor dem Coronavirus nutzen Betrüger derzeit immer wieder gezielt, um andere um ihr Erspartes zu bringen. Dabei haben es die Täter vor allem auf ältere Menschen abgesehen. Davor warnt aus aktuellem Anlass das Polizeipräsidium Südosthessen, zuständig für den Main-Kinzig-Kreis sowie Stadt und Landkreis Offenbach.

Die Maschen der Betrüger sind zwar nichts Neues, aber dennoch sind sie sehr vielfältig. Die Geschädigten werden dabei von Unbekannten angerufen, die sich als angebliche Ärzte, Mitarbeiter von Impfzentren oder auch als Verwandte ausgeben. Eine momentan häufig vorkommende Masche der Betrüger sind sogenannte Corona-Schockanrufe. Den Opfern wird dabei am Telefon mitgeteilt, dass sich ein naher Angehöriger mit Corona infiziert habe und zu dessen Behandlung nun dringend Geld benötigt werde. Die Betrüger fordern in diesem Zusammenhang häufig fünfstellige Beträge.

So ergangen ist es am vergangenen Freitag einem 77 Jahre alten Mann aus Offenbach, der in der Zeit von 11 bis 12 Uhr von seinem angeblichen Sohn angerufen wurde. Der „Sohn“ äußerte, dass er mit Corona im Krankenhaus liege und nur mit einer teuren Spritze aus Amerika gerettet werden könne. Der konsternierte Senior übergab daraufhin an einem verabredeten Ort mehrere tausend Euro in einer schwarzen Tasche an eine unbekannte Frau, die sich als vermeintliche Mitarbeiterin der Klinik ausgab. Die Abholerin flüchtete anschließend zu Fuß.

Fälle von Trickbetrug am Telefon kommen immer wieder vor. Die Täter sind geschult und gehen äußerst geschickt vor. Immer wieder entstehen dabei massive, zum Teil existenzbedrohende Schäden.

Die Polizei rät vor diesem Hintergrund, sich bereits vorab mit dem Gedanken vertraut zu machen, einen betrügerischen Telefonanruf zu erhalten. „Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Seien Sie durchaus skeptisch, wenn sich Personen als Verwandte ausgeben. Fragen Sie Dinge, die nur der richtige Verwandte wissen kann, und raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer auf, ihren Namen selbst zu nennen“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Und weiter: „Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert, besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder Ihnen nahestehenden Personen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen.“

Die Polizei rät, auch bei kleinsten Verdachtsmomenten den Notruf 110 zu wählen oder sich an die örtliche Polizeidienststelle zu wenden. Hinweise und Tipps zu Betrugstaten dieser Art finden sich auch auf der Homepage des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) unter https://www.polizei-beratung.de (Rubriken „Startseite & Aktionen“ / „Corona-Straftaten“).

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