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Der Hallo-Wach-Effekt mit Brasch

CDU Main-Kinzig wechselt nach Misserfolgen bei Bürgermeisterwahlen die Taktik

21 Nov 2019 / 22:52 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (ml). Nach der deutlichen Niederlage bei der Landratswahl 2017 beabsichtigte die CDU Main-Kinzig künftig bei allen Bürgermeisterwahlen im Kreis einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Die Ausnahme, so hieß es nach einer Klausurtagung der Partei, sollte nur für diejenigen der 29 Kommunen gelten, in denen es keinen Gemeinde- oder Stadtverband gibt. Unter diese Maßgabe fällt damals wie heute nur Flörsbachtal. Nach weiteren Pleiten bei den folgenden Wahlen um die heimischen Rathäuser wechseln die Christdemokraten nun ihre Strategie.

„Die alte Doktrin gilt nicht mehr“, kündigte der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende bei der Jahreshauptversammlung des Freigerichter Gemeindeverbands (die GNZ berichtete) an. Künftig werde nicht mehr in jeder Kommune ein Bewerber mit Parteibuch ins Rennen geschickt. Andernfalls drohe ein Verlust an politischer Glaubwürdigkeit.

Nach der herben Schlappe bei der Bürgermeisterstichwahl in Bruchköbel für CDU-Mann Daniel Weber gegen Sylvia Braun (FDP) vor etwas mehr als einer Woche stellt die Union tatsächlich nur noch einen einzigen Rathauschef im Main-Kinzig-Kreis: Jörg Muth (Langenselbold). Der erfahrene Amtsinhaber tritt allerdings nicht mehr bei der anstehenden Wahl am Sonntag, 19. Januar, an. Für Stadtverordnetenvorsteher Tobias Dillmann (CDU) werde es im Rennen gegen Hauptkonkurrent und Ersten Stadtrat Timo Greuel (SPD) sowie Manfred Kapp (Freie Wähler) und Axel Häsler (parteilos) nicht leicht, räumte Johannes Wiegelmann, CDU-Stadtverbandsvorsitzender aus Bad Soden-Salmünster, bei der Versammlung der Parteifreunde im Altenmittlauer Feuerwehrhaus ein.

Falls Dillmann verliert, reiht er sich in mehrere Fehlschläge von CDU-Kandidaten bei Bürgermeisterwahlen in der jüngeren Vergangenheit im Main-Kinzig-Kreis ein: Danica Radtke in Birstein (15,8 Prozent), Michael Börner in Erlensee (10,6 Prozent), Carmen Brönner in Freigericht (13,4 Prozent), Christian Litzinger in Gelnhausen (19,1 Prozent) und Andreas Wicklein in Hasselroth (14,3 Prozent). In die Stichwahl schaffte es keiner dieser Bewerber. In Niederdorfelden, Ronneburg, Schöneck, Wächtersbach, Flörsbachtal und Gründau verzichtete die Union zuletzt trotz ihrer markigen Ankündigung darauf, einen eigenen Bewerber zu stellen. CDU-Mitglied Wolfram Zimmer siegte zwar in Brachttal recht deutlich im ersten Wahlgang, aber eben ohne die Marke CDU, wie Wiegelmann selbst am vergangenen Freitagabend feststellte.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 22. November.

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