SUCHE

„Der Kraftakt ist enorm“

Susanne Simmler über akribische Arbeit und große Belastungen

17 Sep 2020 / 16:16 Uhr

Main-Kinzig-Kreis (wel). Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises hat seit den jüngsten Covid-Ausbrüchen im Raum Gelnhausen alle Hände voll zu tun. Die GNZ sprach mit Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler über die aktuelle Situation und den komplizierten Umgang mit häuslicher Isolierung.

GNZ: Sie haben Mitte dieser Woche verkündet, das Kreisgesundheitsamt habe beim Eindämmen des Covid-19-Ausbruchs im Gelnhäuser Raum erste Erfolge erzielt. Was heißt das konkret?

Susanne Simmler: Das heißt, dass wir die Wege, über die das Coronavirus sich ausgebreitet hat, sehr sicher zurückverfolgen können. Das alleine hat schon jede Menge Recherche-Arbeit abverlangt und geht nicht von einem auf den anderen Tag. Zum anderen haben wir über diese Identifikation der Übertragungswege eine größere Ausbreitung verhindern können. Es mussten rund 400 Menschen alleine rund um dieses Infektionsgeschehen in Quarantäne. Diese 400 Kontaktpersonen hatten also in den vergangenen Tagen drastisch weniger Kontakte. Sie waren nicht an der Arbeitsstelle, nicht in der Kita, in den Beruflichen Schulen Gelnhausen, in den Kaufmännischen Schulen Hanau und in Vereinen unterwegs. Einige der häuslich Isolierten zeigten dann Symptome, insgesamt 14 Covid-Fälle rechnen wir ja derzeit dem Ausbruch zu. Durch die Isolation auch dieser infizierten Kontaktpersonen konnten viele weitere Infektionsketten verhindert werden.

Die ersten Menschen, für die der Kreis häusliche Isolierung angeordnet hat, waren in großer Zahl Fußballer und Vereinsverantwortliche rund um zwei Fußballspiele, auch Einwechselspieler, Trainer und einige mehr, selbst aus Mannschaften, die bis heute keinen positiven Covid-Fall haben. Warum war das notwendig?

Das Gesundheitsamt wägt sehr genau ab zwischen Vorsicht und Verhältnismäßigkeit. Wenn ein Infektionsgeschehen in einer bestimmten Situation unklar ist, überwiegt das Prinzip Vorsicht. Wir gehen heute mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es auf dem Platz keine Übertragung gegeben hat. Das ist eine gute Nachricht für alle Freunde des Sports. Es hat aber sehr wohl eine Übertragung im Kreise einer Mannschaft gegeben. Wir gehen davon aus, dass das wenige Tage vor dem Spieltag der Fall gewesen ist. Für die anderen Teams kommt jetzt aber der springende Punkt: Wenn das Gesundheitsamt häusliche Isolierung anordnet, dann gilt dies für nachweisliche „Kontakt-I-Personen“ die vollen 14 Tage, das ist gesetzlich klar vorgegeben, auch wenn zwischenzeitlich ein negativer Testbefund eintrifft.

Das ausführliche Interview lesen Sie am Freitag, 18. September, in der GNZ.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4