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„Die Menschen sind deutlich gestresster“

Telefonseelsorge während der Krise: Zahl der Anrufe um ein Drittel angestiegen

08 Apr 2020 / 14:19 Uhr

Main-Kinzig-Kreis. Die Angst vor dem Virus, die Sorge vor dem Jobverlust, geschlossene Schulen, Homeoffice, kaum soziale Kontakte, Isolation, Quarantäne, Einsamkeit: Die Corona-Krise ist für die gesamte Gesellschaft eine immense Belastungsprobe. Viele Menschen leiden unter der aktuellen Situation. Eine wichtige Hilfe kann da die Telefonseelsorge sein. Im Main-Kinzig-Kreis leitet Pfarrerin Christine Kleppe das ökumenische Angebot, das in der Region seit 1976 besteht. Im Interview mit GNZ-Redakteur David Noll spricht Kleppe über die Folgen der Krise, die Ängste der Menschen und erklärt, wie die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge in dieser Situation helfen können.

GNZ: Die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff, viele Menschen sind in großer Sorge. Spüren Sie bei der Telefonseelsorge bereits eine Zunahme von besorgten Anrufern, die Hilfe suchen?

Kleppe: In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Anrufe um ein Drittel angestiegen. In über der Hälfte der Gespräche ist die Situation in Folge von Corona ein Thema.

Über was sprechen die Menschen, was beschäftigt Sie besonders?

Es geht zum Beispiel um die Sorge einer Ehefrau um die Gesundheit ihres Mannes, der im Pflegebereich arbeitet und mit infizierten Corona-Patienten zu tun hat. Es geht um die Panik einer Anruferin, die schon seit Jahres unter einer Angststörung leidet und sich jetzt nicht mehr vors Haus traut. Eine junge Mutter ruft an, die sich völlig überfordert fühlt mit zwei kleinen Kindern zuhause im Homeoffice und sich von ihrem Mann allein gelassen fühlt . Es geht um den alleinstehenden erwachsenen Sohn, der seine demente Mutter im Pflegeheim nicht besuchen darf und selbst sehr darunter leidet.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 9. April

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