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„Die Struktur in den Kliniken steht“

Krankenhäuser bereiten sich auf Corona-Patienten vor

20 Mrz 2020 / 18:38 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Die Main-Kinzig-Kliniken bereiten sich mit Hochdruck auf die Behandlung von Corona-Patienten in Gelnhausen und Schlüchtern vor. Manches, wie der Besucherstopp und die Verschiebung planbarer Behandlungen und Operationen, wurde direkt sichtbar: Die Kliniken wirken deutlich leerer als noch vor einer Woche, Kapazitäten konnten geschaffen werden. Andere Aktivitäten sind von höchster Relevanz: „Wir haben in den vergangenen Tagen unsere Kliniken sehr zielgerichtet umstrukturiert“, sagt Geschäftsführer Dieter Bartsch.

„An beiden Standorten haben wir Prozesse und Schwerpunkte, aber auch die Wegeführung so ausgerichtet, dass eine sichere Versorgung sowohl von Corona-Patienten als auch aller anderen Patienten gewährleistet ist“, sagt Bartsch. „Ich bin stolz auf das, was unsere Mitarbeiter mit hoher Professionalität, Konzentration und vorausschauendem Blick innerhalb kürzester Zeit gemeinsam geleistet haben. Wir nehmen unsere Verantwortung äußerst ernst.“

Zu dieser Verantwortung gehöre auch, den Gesundheitsstatus der Menschen, die die Kliniken aufsuchen, bereits vor Betreten der Häuser einzuschätzen. Ziel sei es, Patienten, die möglicherweise unter fieberhaften Atemwegserkrankungen leiden oder ein erhöhtes Risiko einer Corona-Erkrankung aufweisen, einen anderen Behandlungsweg gehen zu lassen, als alle anderen Personen.

Patienten, eventuelle Begleitpersonen und die wenigen Besucher mit Ausnahmegenehmigung können die Klinken nur noch betreten, nachdem sie sich einem ersten Gesundheitscheck unterzogen haben. Dieser umfasst die Klärung relevanter Fragen und die Messung der Körpertemperatur. Je nach Ergebnis werden die Menschen in die jeweiligen Bereiche geleitet. Für die Checks wurden vor den Haupteingängen in Gelnhausen und Schlüchtern Eingangszelte gestellt. Diese sind ab sofort täglich von 7 bis 20 Uhr besetzt. In der Zeit davor und danach erfolgt der Zugang zum Gebäude in Gelnhausen nur über die Klingelanlage am Haupteingang, in Schlüchtern nutzen die Personen die Klingel am Nachteingang.

Nun steht die Vorbereitung auf eine große Anzahl von intensivmedizinisch zu betreuenden Patienten im Vordergrund. Dies geschieht durch kurzfristigen Um- und Ausbau der Isolier- und Intensivstationen. Aufgrund der vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten in Gelnhausen liegt dort der Schwerpunkt auf Behandlungen komplexer Natur – auch von Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden. Dafür gibt es aktuell 15 Beatmungsplätze, die auf 33 erweitert werden. In Schlüchtern steht im neuen Anbau ein hygienisch abgegrenzter Isolierbereich mit bis zu 35 Betten zur Verfügung, der zu einem späteren Zeitpunkt je nach Bedarf ausgeweitet wird. Grundsätzlich stehen die Kliniken momentan mehr denn je in enger Abstimmung mit dem Rettungsdienst, da es möglicherweise auch dazu kommen wird, dass Patienten von einem zum anderen Standorten gebracht werden müssen.

Die personelle Besetzung soll den Erfordernissen angepasst werden. „Es kommt darauf an, dass wir flexibel sind – natürlich auch, um eine lange Durchhaltefähigkeit sicherzustellen“, sagt Bartsch. Die 30 Mitarbeiter, die sich aufgrund von Kontakten mit Corona-Infizierten in häuslicher Quarantäne befunden haben, waren teilweise diese Woche wieder im Dienst, der Großteil nimmt ab Dienstag wieder seine Tätigkeit auf.

„Natürlich ist das, was auf uns zukommt, nicht bis ins Detail planbar“, räumt Bartsch ein. „Aber wir haben uns mit Sorgfalt vorbereitet und passen sowohl die Strukturen als auch die personelle Besetzung bei Bedarf entsprechend an.“ Die Akut- und Notfallversorgung sowie dringliche Eingriffe sind sowohl in Gelnhausen als auch in Schlüchtern gewährleistet.

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