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Eine Hetzjagd wie im Mittelalter

Die Corona-Infizierten Birgit Heil und Anja Weber berichten von Anfeindungen, Thomas Nienstedt trägt das Virus nicht in sich
und wird trotzdem stigmatisiert

24 Mrz 2020 / 14:48 Uhr
Region (dg/tim). Wenn sich Menschen in diesen Tagen mit dem Coronavirus infizieren, dann hat das nicht nur gesundheitliche Konsequenzen. Birgit Heil aus Birstein und Anja Weber aus Bad Soden-Salmünster ist genau das passiert. Was folgte, war eine regelrechte Hetzjagd und eine brutale Stigmatisierung, denen sich beiden Frauen vor allem in den sozialen Medien ausgesetzt sahen. Dass sich dort der ideale Nährboden für Falschinformationen, die so genannten „Fake News“ bildet, erfuhr auf nicht minder unliebsame Weise der in Wächtersbach lebende und aus Birstein stammende Thomas Nienstedt. Dem bekannten Musiker wurde unterstellt, er habe sich mit dem Coronavirus infiziert, was nicht der Fall ist. Nienstedt erstattete Anzeige. Der Verleumder wurde ermittelt, ihn erwartet jetzt ein entsprechende Sanktion.

Birgit Heil kam gemeinsam mit ihrer Arbeitskollegin Anja Weber am Sonntag, 8. März, aus dem Skiurlaub in Südtirol zurück. Zu diesem Zeitpunkt war die Corona-Lage noch eine andere. Zwar wurde Südtirol drei Tage zuvor zum Risikogebiet erklärt: „Wir hörten von drei bestätigten Fällen in der Region“, sagt Weber nun; jedoch herrschte damals nicht die Dynamik der letzten Tage. Es gab keine Angst, keine Hysterie oder Hamsterkäufe.

Lesen Sie am 25. März in der GNZ, welchen Stigmatisierungen und Anfeindungen die drei genannten Personen ausgesetzt waren, beziehungsweise zum Teil bis zum Teil bis heute noch sind, und wie sie sich – teils mit Anzeigen wegen Verleumdung und Rufschädigung – gegen unzulässige Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte wehren.

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