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Einzigartiges Engagement für den Chorgesang

Sängerszene trauert um Ausnahmedirigent Hubert-Thorwald Reuter

18. März 2022 / 09:00 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (mab). „Sein Engagement für den Chorgesang war einzigartig“, würdigt Klaus Ritter, Geschäftsführer des Chorverbands Main-Kinzig, das Wirken von Hubert-Thorwald Reuter. Der Ausnahmedirigent und engagierte Sozialdemokrat ist am Mittwoch, wenige Tage nach seinem 66. Geburtstag, nach mehrmonatiger und schwerer Krankheit gestorben. Weit über die Region hinaus ist es ihm gelungen, zahlreiche Menschen für die Faszination Chormusik zu begeistern. Entsprechend groß ist die Bestürzung, mit der die heimische Sängerszene auf seinen Tod reagiert.

„Wenn man von jemandem sagen kann, dass er die Faszination Chormusik gelebt hat, dann ist das Hubert Reuter“, betont Klaus Ritter vom Chorverband Main-Kinzig (CVMK). Und diese Faszination hat Reuter bereits früh entdeckt. Bereits im Alter von 17 Jahren wurde er Leiter des Knabenchors in seinem Geburtsort Seligenstadt. Der Ausnahmedirigent besuchte die Frankfurter Chorleiterschule und studierte später bei international renommierten Dirigenten, durch die er seinen künstlerischen Stil verfeinerte. Und dabei blickte er bereits früh weit über den Tellerrand seiner Heimatregion hinaus. Unter anderem war Reuter Assistent von Miroslav Kosler beim Prager Männerchor. Der gebürtige Seligenstädter, der später in Langenselbold lebte, studierte Komposition bei Wilhelm Rettich, einem Schüler von Max Reger. Reuter dirigierte bei Uraufführungen von Werken Wilhelm Rettichs, Friedrich Zipps oder Winfried Sieglers, teilweise mit Orchesterbegleitung. Zudem gab er Konzerte mit den Frankfurter Sinfonikern, dem Prager Streichorchester, dem Nordungarischen Sinfonieorchester Miskolc, der Budweiser Kammerphilharmonie und dem Prager Männerchor.

Klaus Ritter: „Brücken zwischen Menschen und Ländern gebaut“

Im Main-Kinzig-Kreis wurde er vor allem als Leiter von hochwertigen Amateurchören bekannt. Denn Laien für den Gesang zu begeistern, war eines seiner größten Leidenschaften. Zuletzt war er als musikalischer Leiter von Pro Musica Karben, der Chorgemeinschaft Rendel, der Concordia Eichen und seit 2009 des Chorforum Eintracht Langenselbold tätig, ebenso wie beim renommierten Kammerchor Ars Cantorum Main-Kinzig. Zuvor leitete er unterschiedliche Chöre, darunter den Liederkranz Kassel, den Männerchor Altenmittlau, das Vocalensemble Mernes, die Harmonie Haitz und die Sängervereinigung Geislitz.

International stellte er sein Können unter anderem als Preisträger bei den internationalen Chorfestivals in Prag und Budapest unter Beweis und wirkte als Juror beim internationalen Universitäts-Chorwettbewerb in Pardubice.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 18. März.

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