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„Elternvertreter nicht eingebunden“

Landeselternbeirat kritisiert Kultusministerium und Schulträger

09. Juni 2020 / 16:49 Uhr

Gelnhausen (bak). Während der Corona-Pandemie konnte der Landeselternbeirat Hessen (LEB) insbesondere damit punkten, dass er die in rasantem Tempo auflaufenden Informationen auf vielfältigen digitalen Kanälen tagesaktuell an die Eltern brachte. Hier leistete seine Geschäftsstelle sowohl für Eltern als auch für Schüler und Lehrkräfte über Wochen unschätzbare Dienste. So erfuhren Eltern und Lehrer beispielsweise drei Wochen, bevor das Kultusministerium es in einem offiziellen Schriftstück veröffentlichte, dass die Arbeit der Schüler im digitalen Unterricht nicht benotet werden darf. Am Wochenende tagte der LEB in der Philipp-Reis-Schule in Gelnhausen. Die GNZ sprach mit Korhan Ekinci, der seit zwei Jahren Vorsitzender des LEB ist.

GNZ: Herr Ekinci, Was sind für Sie die aktuellen Herausforderungen in der Elternarbeit an Hessens Schulen?

Korhan Ekinci: Elternarbeit ist derzeit ganz besonders wichtig, und sie muss trotz der Kontaktbeschränkungen in besonders gutem Austausch stattfinden. Wir alle sind ehrenamtlich tätige Elternvertreter und brauchen auf allen Ebenen die Unterstützung seitens der professionellen Kräfte sowohl in den Schulen, durch die Schulträger als auch das Kultusministerium. Fakt ist, dass eine Einbindung der Elternvertretungen nicht stattgefunden hat. Dabei gelten die gesetzlich festgeschriebenen Mitwirkungsrechte auch in Corona-Zeiten. Bestenfalls wurden Elternvertreter im Nachhinein informiert, wenn überhaupt. Bei uns haben sich vertraulich auch Schulleiter und Lehrer gemeldet, weil der notwendige fachliche Austausch im Vorfeld vieler Maßnahmen oftmals auch mit ihnen nicht stattfand. Die Elternschaft ist derzeit tief gespalten. Während viele Eltern wollen, dass die Schule sofort wieder losgeht, stehen andere dem aufgrund des Corona-Pandemie-Geschehesn skeptisch gegenüber und sehen den Präsenzunterricht als Experimentierfeld mit ihren Kindern.

Welche Forderungen gibt es seitens der Eltern zum Präsenzunterricht?

Die Stadt- und Kreiselternbeiräte fordern aktuell, so schnell wie möglich vollständig zum Präsenzunterricht zurückzukehren und die Priorität dafür auf die fünften Klassen und die Grundschulen zu legen. Die Begründung dafür ist, dass in diesem Alter die fundamentalen Grundlagen gelegt werden und insbesondere das Lernen selbst gelehrt wird.

Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch, 10. Juni, in der GNZ.

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