SUCHE

„Fahrlässig und strafbar“

Gesundheitsamt warnt vor dem Besuch von „Masernpartys“

07 Aug 2019 / 15:29 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (dan/re). Seit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Mai einen Gesetzentwurf für eine bundesweite Masern-Impfpflicht für Kita- und Schulkinder angekündigt hat, wird in Deutschland intensiv über das Für und Wider einer solchen gesetzlichen Vorgabe diskutiert. Einige Eltern lehnen Impfungen für ihre Kinder grundsätzlich ab, da sie diese für potenziell schädlich halten. Stattdessen veranstalten gerade Impfgegner sogenannte „Masern- und Windpockenpartys“, um ihre Kinder durch eine bewusste Ansteckung zu immunisieren. Auch im Kreis häufen sich die Berichte über solche Veranstaltungen. Das Gesundheitsamt schlägt nun Alarm und warnt vor dem Besuch dieser „Partys“.

Dem Gesundheitsamt sei wiederholt gemeldet worden, dass Eltern von erkrankten Kindern im Internet zu „Masern- und Windpockenpartys“ einladen. Dies geschehe vornehmlich über soziale Netzwerke, vor allem über Facebook, teilt der Kreis mit. Das Gesundheitsamt warnt deshalb vor dem Besuch solcher Veranstaltungen. Vielmehr sei eine entsprechende Impfung der wirksame und schonende Schutz vor Krankheiten.

Bei den „Partys“ bringen Eltern von nicht geimpften Kindern ihren Nachwuchs bewusst in Kontakt mit Menschen, die an Masern oder Windpocken erkrankt sind, um eine Ansteckung zu provozieren und anschließend vermeintlich eine Immunisierung gegen die Krankheiten zu erreichen. „Das ist fahrlässig“, betont der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Siegfried Giernat. Dabei ließen die betroffenen Eltern nicht nur den äußerst unangenehmen, von Fieber und Hautausschlag geprägten Krankheitsverlauf außer Acht, sondern auch die besonders gefährlichen Spätfolgen. Bei Masern sei dies vor allem die Gehirnentzündung SSPE („Subakute sklerotisierende Panenzephalitis“, die einen dramatischen, sogar tödlichen Ausgang nehmen kann.

„Sogenannte Masern- oder Windpockenpartys stellen eine Gesundheitsgefährdung für die Kinder dar und sind strafbar“, betont Dr. Giernat. Manche Ärzte bewerten den Besuch solcher „Partys“ und die dabei absichtlich herbeigeführte Ansteckung daher sogar als Körperverletzung.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 8. August.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Schlagwörter: