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Fast jeder Zweite flüchtet nach Unfall

Verkehrsstatistik: Wenn es kracht, war meist einer zu schnell

04 Jun 2020 / 16:16 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Die Zahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle, die sich im vergangenen Jahr auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen ereignet haben, liegt bei 14.667. Im Jahr zuvor waren es 14.411. „Positiv ist, dass in 80 Prozent der Fälle die beteiligten Personen unversehrt blieben, obwohl die Unfälle um 256 angestiegen sind“, teilen Polizeipräsident Roland Ullmann und Abteilungsdirektor Claus Spinnler anlässlich der Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik mit. „Bei fast 32 Prozent aller Unfälle waren Vorfahrts- und Abbiegeverstöße sowie zu geringer Sicherheitsabstand und nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit ursächlich. In 40 Prozent der Fälle hat sich mindestens ein Verkehrsteilnehmer unerlaubt von der Unfallstelle entfernt.“

Die Zahl der Unfallfluchten erhöhte sich 2019 um 261 auf nunmehr 6 068. Unfallbeteiligte haben eine Warte- und Benachrichtigungspflicht, auch bei scheinbaren Bagatellschäden. Unerlaubtes Entfernen von der Unfallstelle ist eine Straftat, bei der die Polizei Ermittlungen einleitet. Die Beamten des Polizeipräsidiums Südosthessen, das für den Main-Kinzig-Kreis sowie Stadt und Landkreis Offenbach zuständig ist, klärten rund 38 Prozent der Unfallfluchten auf. Die Spezialisten der entsprechenden Unfallfluchtgruppe ermittelten bei mehr als jedem zweiten Unfall mit Personenschaden den Verursacher. Die Aufklärungsquote liegt bei 54,3 Prozent. Bei den Unfallfluchten mit Sachschaden ab 2.000 Euro klärten die Ermittler 43,6 Prozent auf.

„Sehr traurig ist, dass 31 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren und 605 Personen schwere Verletzungen erlitten“, sagt Polizeipräsident Ullmann. Neun Personen starben bei Unfällen innerhalb geschlossener Ortschaften, 19 auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen und drei auf Autobahnen.

In der langfristigen Verkehrssicherheitsstrategie bleiben laut Ullmann und Spinnler die Senioren, insbesondere die „75-Plus-Verkehrsteilnehmer“ und die „Jungen Fahrer“, im Fokus. Ebenfalls im Blick der Polizei bleiben Motorradfahrer, obgleich deren Unfallzahl im gesamten Präsidiumsbereich um acht auf 182 gesunken ist. Allerdings stieg die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer um zwei auf vier. Zudem wurden 56 Biker schwer (plus 3) und 140 (plus 15) leicht verletzt.

Mehr dazu lesen Sie am Freitag, 5. Juni, in der GNZ.

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