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Geballter Unmut der Windkraftgegner

Infoveranstaltung des Regierungspräsidiums

03 Mai 2019 / 16:18 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (ag). Heftigem Unmut von Windkraftgegnern sahen sich die Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt während einer Infoveranstaltung zum „Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien“ (TPEE) am Donnerstagabend in Schlüchtern ausgesetzt. Die Regionalversammlung Südhessen hatte die Mitarbeiter des RP in eine Schlacht geschickt, die sie nicht gewinnen konnten. Die Veranstaltung sollte eigentlich nur informieren, welche Kriterien für die Auswahl von Windkraft-Vorrangflächen gelten und wie mit Stellungnahmen aus Politik, Verbänden und Öffentlichkeit umgegangen wird. Also eine ganz sachliche Angelegenheit. Wurde sie aber nicht.

Vor der Veranstaltung hatten etwa 120 Teilnehmer vor der Stadthalle demonstriert. Dazu aufgerufen hatten die Bürgerinitiative „Windkraft im Spessart – Im Einklang mit Mensch und Natur“ und der Dachverband „Gegenwind MKK/Naturpark Spessart“. Der Sprecher des Dachverbands Rolf Zimmermann, zugleich FDP-Kreistagsabgeordneter und Mitglied der Regionalversammlung, die Mitte Juni über die Stellungnahmen zum TPEE entscheiden soll, skandierte: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns den Wald versaut.“ Auf Plakaten war zu lesen „Es reicht, was wir Tag und Nacht sehen müssen“, „Schluss mit WKA hier im MKK“ oder „Stoppt den Ausverkauf unserer Natur“. Ende des Jahres soll die Regionalversammlung den Plan der Landesregierung zur Genehmigung vorlegen, der Mitte 2020 bis auf Restflächen genehmigt werden könnte. Ob der Zeitplan einzuhalten ist, ist mehr als offen.

Drinnen betonte Dr. Helmut Beck, RP-Abteilungsleiter für Planung-Regionalplanung, die Notwendigkeit des TPEE: „Ohne Teilplan kann man überall Windräder errichten, beschränkt wird das erst durch eine Planung.“ Der Beschlussvorschlag des RP an die Regionalversammlung sehe vor, etwa 1,7 Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete auszuweisen. Auf den übrigen 98,3 Prozent bliebe Windkraft ausgeschlossen. Und: „Der Plan bedeutet nicht, dass auf diesen Flächen auch gebaut wird.“

Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 4. Mai, in der GNZ.

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