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Gottesdienste mit dem gebotenen Abstand

In Kirchengemeinden wird erst nächste Woche wieder geöffnet

30 Apr 2020 / 17:48 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (mb/wel). Für viele Gläubige war es eine schmerzvolle Erfahrung, über Wochen keinen Gottesdienst besuchen zu können. Dieses Verbot hat die hessische Landesregierung am Dienstag aufgehoben: Ab dem 1. Mai dürfen in den Kirchen unter Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienevorkehrungen wieder Gottesdienste stattfinden. Dennoch müssen sich die Gläubigen noch ein wenig gedulden, da die praktische Umsetzung der Schutzkonzepte vor Ort Zeit braucht. Die ersten Gottesdienste könnten eventuell am Sonntag, 10. Mai, wieder gefeiert werden.

Wilhelm Hammann, Dekan des Kirchenkreises Kinzigtal, begrüßt die Entscheidung der Landesregierung. „Wir freuen uns, dass wir unser Grundrecht auf freie Religionsausübung nun wieder wahrnehmen können“, betont Hammann im Gespräch mit der GNZ. Zugleich zeigt er Verständnis für das Verbot von Gottesdiensten, das am 16. März im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen worden war. Das sei zwar ein schmerzlicher, aber sinnvoller Einschnitt gewesen.

Positiv bewertet der Dekan auch die „sehr schlanke Formulierung“ der Vorgaben der Landesregierung, die nicht mit vielen Auflagen verbunden sei. Das sei auch ein Ergebnis der Vorgespräche mit den Kirchen, aus denen hervorgegangen sei, dass sie verantwortungsvoll mit den neuen Möglichkeiten umgehen werden. Das ist auch der Grund, warum Gottesdienste zwar ab morgen wieder stattfinden dürfen, aber – zumindest im Dekanat Kinzigtal – noch nicht stattfinden werden. Denn die neue Freiheit braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Schließlich steht bei allen Überlegungen eine Sache im Vordergrund: der bestmögliche Infektionsschutz. „Wir möchten in aller Rücksicht und Vorsicht wieder Gottesdienste feiern. Und das müssen wir in Ruhe vorbereiten“, erklärt Hammann.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat den Kirchenvorständen Kriterien an die Hand gegeben, mit denen sie sich auf eine Wiederaufnahme der Gottesdienste in den Kirchen und im Freien vorbereiten können, wie der Dekan berichtet. Die praktische Umsetzung liegt in der Hand und in der Verantwortung der 24 evangelischen Kirchengemeinden im Dekanat mit ihren 75 Kirchorten.

Ähnlich erleichtert und froh wie Dekan Hammann reagiert auch Markus Günther, Dechant des Dekanats Kinzigtal und zugleich katholischer Pfarrer in Gelnhausen, Gründau und Linsengericht, auf die Lockerungen. „Ich freue mich, dass jetzt in einem ersten Schritt öffentliche Gottesdienste wieder möglich sind, und hoffe, dass davon keine Gefahren ausgehen, sondern im Gegenteil Hoffnung für alle Menschen aufscheint, das Licht der Hoffnung, das uns Ostern schenkt in der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus“, sagt Günther im Gespräch mit der GNZ.

Wie sein Kollege Wilhelm Hammann hat auch Markus Günther bereits am Mittwoch die erhofften Hinweise und Anweisungen des Bischofs von Fulda, Dr. Michael Gerber, erhalten. Demnach werden auch in den katholischen Kirchengemeinden an diesem Sonntag noch keine offiziellen Gottesdienste stattfinden. „Aber auf der Grundlage des Schreibens aus Fulda wird jetzt genügend Zeit sein, das geforderte Schutzkonzept für die kommende Woche umzusetzen“, sagt Günther. „Hierzu werde ich allen Gremien der Pfarreien im Pastoralverbund St. Raphael, Verwaltungs- und Pfarrgemeinderäten, einen entsprechenden Brief per Mail schreiben und sie bitten, bei der Umsetzung mitzuwirken, sowie ihren Rat erbitten für die künftigen Wege. Schließlich haben wir mit vielen verschiedenen Initiativen gute Erfahrungen machen können, wie zum Beispiel das Streaming der Osternachtsfeier, tägliche VideoBlogs von Kaplan Lemmer, Gebetsimpulse für unser ‚Gebetsnetz‘ und vieles mehr. Dies gilt es in ein zukünftiges Konzept einzubinden, um die frohe Botschaft des christlichen Glaubens den Menschen zugänglich zu machen.“

Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 2. Mai, in der GNZ.

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